IMG 1967Casa Luca ist ein Canile, das direkt in Rom liegt. Auch hier ist eine florierende Schäferhundzucht angeschlossen, wo die Welpen am Fließband produziert werden und ausser den Zwingern nichts kennenlernen. Die Tiere werden um 500-1000 € verkauft. Casa Luca ist ein Familienbetrieb von zweifelhaftem Ruf. Der Vater hat die Leitung mittlerweile seinem jüngsten Sohn übergeben, der ältere Sohn arbeitet schon seit Jahren dort. Immer wieder geht das Canile durch die italienischen Gazetten und wurde auch schon beschlagnahmt, aber ohne Erfolg – the business must go on.

Neben der Zucht befindet sich das Canile mit seinen gemauerten Zwingern, wo Gemeinden für ihre Streuner Pension bezahlen. Der erste Eindruck mag oft täuschen, denn zwischen den langen Reihen trister Zwinger blühen Blumen und diese werden besser gepflegt, als die Tiere, die diese Familie ernähren. Die Hunde sind oft sehr verstört und verängstigt. Traurige, hoffnungslose Gesichter blicken durch die Gitter. Sie sind krank und niemanden kümmert es. Nur wenige dürfen in den blumengeschmückten Miniauslauf. Der absolute Skandal sind die vielen unkastrierten Hündinnen, die mit Rüden zusammengesetzt werden. Nicht nur einmal sind hoch tragende Hündinnen nach Deutschland gekommen, die kurze Zeit später ihre Welpen zur Welt brachten. Welpen, die dort auf die Welt kommen, werden viel zu früh ihren Müttern entrissen und versuchen, separiert auf kaltem Betonboden, zu überleben. Oft, mit Räude und Flöhen bedeckt, sterben sie nach wenigen Wochen. Niemanden kümmert es.

Das italienische Tierschutzgesetz schreibt eine Kastration vor – sowohl von Hündinnen als auch von Rüden. Jedes Mal wenn die Behörde (in diesem Fall die ASL) darauf angesprochen wurde, begann ein Gezeter und gegenseitiges Beschuldigen, WER denn für diese Kastrationen zuständig wäre. Der Amtstierarzt einer Gemeinde, die ihre Hunde in Casa Luca unterbringt, deckt die Machenschaften und versucht jegliche Adoption so schwer wie möglich zu machen oder sogar ganz zu verhindern. Seit Jahren versuchen Tierschützer einen Fuß in die Tür zu bekommen, aber der Besitzer, der auch schon vor Jahren wegen Tierquälerei angeklagt war, konnte sich immer wieder aus der Affäre winden. Normalerweise helfen in den diversen Canili kleinere örtliche Tierschutzorganisationen bei der Vermittlung der Hunde – Casa Luca lässt niemanden Struktur Casa Lucarein.

Trotzdem werden wir an diesem Fall dran bleiben – nicht nur weil 2007 ca. 40 Hunde von Rieti dorthin gebracht wurden, auch all die anderen, die niemanden haben, der sie fotografiert und versucht eine Familie für sie zu finden. Viele der ehemaligen "Rietis" gibt es nicht mehr, wir sind zu spät gekommen. Es gibt keinerlei Aufzeichnung der Hunde, keine Fotos und laut Anagrafe canina befinden sich fast 500 Hunde hinter Gittern. Es gibt einen Teil in der Anlage, wo niemand reinkommt. Welche Hunde sich dort befinden, wie viele – niemand weiss es.