Igors Metamorphose Juli 2017

Hier die Geschichte von Igor, einem der letzten 9 Hunde aus dem ehemaligen Dog Village, den der sichere Hafen vor einem Jahr übernommen hat, obwohl wir nichts über ihn wussten. Seit Ewigkeiten, scheint es, dass er den kleinen Zwinger im Eck bewohnt und niemals dem Gefängnis entfliehen durfte … eben weil er kein so einfacher Hund ist.

 

Geboren 2008, kam er 2011 ins Canile. Niemand kann sich erinnern, wie der grosse unhübsche Hund ankam, es scheint, als wäre er schon immer da gewesen.  Ich habe ihn auch viele Jahre nicht beachtet, weil sich fast niemand zu ihm in den Zwinger wagt. Hier meine ersten Bilder, als ich noch nicht wusste, wer er war … man beachte seinen sehr erstaunten (aber nicht unfreundlichen) Blick, als ich ihn im Winter 2014 besuchte. J

 

 

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Abgemagert, ungepflegt in einem überfluteten Zwinger fristet er seit Jahren sein Leben. Die Eintönigkeit raubt ihm jegliche Lebensfreude, jede Hoffnung. Sommer und Winter, ohne Ansprache oder Abwechslung.

 

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Es war das letzte Mal, dass ich den Zwinger betreten habe, auch, weil ich von den damaligen Betreuerinnen Sara & Fabiana eindringlich vor seiner Unberechenbarkeit gewarnt wurde.

 

Weitere Jahre vergingen, bis wir endlich den sicheren Hafen gründete und den Hunden einen nie zuvor bekannten Komfort bieten konnten, unter anderem VIELE Leckerchen.  Das sind die Highlights für alle Hunde, aber speziell für Igor. Fressen ist für ihn sehr wichtig und da könnte er auch sehr böse werden, wenn er da gestört wird. Aber auf diesem Wege konnten wir ihn freundlich und aufmerksam stimmen und er hat auch gut zugenommen J. Auch die elende Flohplage hatte für ihn endlich ein Ende Dank BRAVECTO, das wir ihm geben konnten, denn an irgendwelche Spot-ons brauchte man gar nicht denken. Leider hat die nicht geeignete Ecklage seines Zwingers eine bessere und weitere Kontaktaufnahme fast unmöglich gemacht.

 

Immer wieder besprachen wir, wie wir Igor aus seinem engen Gemach befreien konnten … es musste ja auch der richtige grosse Auslauf frei werden. Im Juli ergab sich dann die Gelegenheit, denn unser lieber Nemo, der auch nicht so einfach war, hatte eine Adoption gefunden. Nachdem Nemo abgefahren war, wurde sein Zwinger gereinigt, das Gras geschnitten und alles für Igors Übersiedelung fertig gemacht. Im Juli war es sehr heiss, was uns etwas besorgte, ob der alte Hund die Narkose gut überstehen würde.  Wir begannen mit Tropfen, die ihn ein bisschen beruhigten – er flüchtete in die weiteste Ecke seines kleinen Auslaufs und wenn wir uns näherten, knurrte er böse … hm.

 

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Ich musste ihn mit dem Fangstab fixieren, denn trotz der Beruhigungsmittelt war der Bub immer noch zu wach, um nicht beissen zu können. Es sieht nicht nett aus, ist aber eine sanfte und ziemlich stressfreie Möglichkeit, einen Hund zu sichern.

 

Igor Juli17 (3).JPGIgor Juli17 (4).JPGIgor Juli17 (5).JPGNach einiger Zeit schafften wir es, ihn vor der Türe zu positionieren, dass Paola, unsere Tierärztin, ihm das Narkosemittel in die Vene spritzen konnte. Dann wurde der Koloss auf eine Schubkarre gelegt, mit Maulkorb versehen, denn noch immer schlief er nicht fest genug …

 

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In der Ordination haben wir uns dann alle um ihn gekümmert. Blut wurde abgenommen,

 

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Zähne (waren in erstaunlich gutem Zustand) und Ohren kontrolliert, die Krallen geschnitten

 

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Ultraschallkontrolle

 

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Und auch ein Röntgen schlisst den                      Zwischenzeitlich, um keine Zeit zu verlieren, haben Drana und ich ihn gebürstet … wohl das

 

grossen Check ab.                                                  erste Mal in seinem Leben hat er nun  ein flauschiges, sauberes Fell

 

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In nur 20 Minuten hatten wir alles geschafft und brachten Igor in sein neues Domizil.

 

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Nun werden wir sehen, wie er sich dort fühlt und wie wir ihn ein bisschen besser kennenlernen können.  Es wird, je nachdem, was Igor uns gestattet, ein langer Weg sein und wir denken, dass er bei uns den Rest seines Lebens verbringen wird.  Um es vorweg zu nehmen: Igor hat sehr gute Blutwerte, der MMT ist neg, Röntgen und Ultraschall haben nichts ergeben. Wir sind sehr froh, dass es ihm so gut geht.

 

Wir suchen trotz alledem Paten für den Buben und werden selbstverständlich weiter über seine Fortschritte berichten.

 

Anbei auch ein kleines Video seines Einzugs ins neue Heim.

 

 

 

 

 

 

Billy oder was man alles falsch machen kann

2014

Die Geschichte von Billy rührt jeden an. Er wurde als wunderhübscher kleiner Welpe angeschafft und in einer ital. Familie aufgenommen. Durch Dummheit und weil man nicht weiss, wie man ein Hundekind erzieht wurde er mit wenigen Monaten an die Kette gelegt. Billy verstand die Welt nicht mehr – er wollte doch nur bei seiner Familie sein. Angangs liess er sich noch diese Behandlung gefallen, dachte es wäre vielleicht ein Spiel. Doch niemand kam, um ihn wieder zu befreien. Zunehmend wurde aus dem kleinen Welpen ein nicht mehr niedlicher Junghund, vor dem seine Menschen Angst hatten und ihn mit Fusstritten massregelten.  

Das hier war Billy im Juni 2009 – er war gerade erst 2 Monate alt

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Im August 09 – hängt er an der Kette von der er nicht mehr wegkommt.

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Im Gegenteil – er wird grösser, die Kette wird kürzer

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Irgendwann bekamen die Leute Angst vor ihm und wollten ihn nur mehr los werden – also kam der Hundefänger und hat ihn auf sehr unsanfte Art abgeholt. Billy hat diese Behandlung nicht vergessen und als er im Juli 11 ins Dog Village gebracht wurde, musste man wirklich Angst vor ihm haben. Wie alle Neuzugänge kam er in den gemauerten Bereich und es war sehr schwierig zu ihm zu gehen, ihn zu füttern und sauber zu machen. Sara hatte Angst, aber wir wollten den armen Kerl umsetzen, in einen Aussenzwinger bringen – es war einfacher als gedacht, weil Billy sehr gerne Würstchen frisst J - er ging ohne Probleme in eine Transportbox, die wir dann  in einen freien Auslauf trugen – wo er bis jetzt ist.

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Das ist Billies zu Hause seit über 2 Jahren – keine Gefährtin, weil ihm niemand über den Weg traute.  

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Wenn es regnete, überschwemmte der Zwinger und verwandelte sich  …      in eine stinkende Schlammbrühe                                                                 

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Im März haben wir endlich seinen Zwinger in Angriff genommen ….

hier wartet er ungeduldig, dass wir fertig werden, den Kies  aufzuschütten

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jetzt sieht Billies zu Hause so aus J, wo er auch schon die erste Leckerlisuche absolviert hat.

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Über diese Jahre hatte ich leider nie wirklich Zeit mich um ihn zu kümmern – ich wusste auch nicht wie. Aber immer, wenn ich vorbei ging, bekam er ein Würstchen oder Kauknochen oder Keks. Billy vergisst nicht und als ich das erstemal zu ihm in den Zwinger ging, liess er sich streicheln, nahm sanft sein Belohnung aus der Hand. Er ist gewachsen, sieht gut aus und ist wissbegierig. Ich bin sicher, dass Billy ein toller Hund ist, der in den richtigen Händen ein wunderbarer Gefährte wird, der all das Böse, was man ihm seit seinen ersten Lebenswochen angetan hat, vergessen wird. 

2016 bekahm auch Billy seine Chance und wurde von einer Familie adoptiert.