Jahresrückblick 2016

J a n u a r

Das Jahr beginnt so, wie es aufgehört hat … der Gerichtsmarathon geht weiter und meine unermüdliche Anwältin Raffaella hat wieder Termine vor Richtern und Staatsanwälten. Mittlerweile hat nur noch sie den Überblick über die vielen verwirrenden und miteinander verbundenen Prozesse … diesmal geht es um eine Zeitung, die wir wegen Verleumdung angezeigt haben. Weiter bin ich als Zeugin geladen bei einem Prozess, den Roberta, eine Tierschutzkollegin aus Tivoli, gegen den Betreiber eines schlimmen Canile,  angefangen hat. Es ist endlos, es sind immer die selben Personen, die angezeigt werden und trotzdem in aller Ruhe weitermachen können. Die italienische Justiz ist so überfordert, arbeitet langsam, die „einstweilige Verfügung“ ist hier unbekannt und so wird dem bunten Treiben im Internet kein Riegel vorgeschoben.

F e b r u a r

Das ist ein Monat der Beschlagnahmungen … (Hunde wurden aus tierquälerischer Haltung von Amtswegen weggenommen)

Anfang des Monats helfen wir Olivia, einer engagierten Tierschutzkollegin, die auch als „guardia zoofila“ ausgebildet ist (ein Titel, den es bei uns so nicht gibt, der Olivia aber die Macht gibt, als eine Art „Tierschutzpolizei“ aktiv zu werden, wenn sie tierschutzrelevanten Situationen begegnet). Gemeinsam holen wir aus einem Haus in Rom über 10 kleine, unkastrierte Hunde, die in einem einzigen Raum gehalten wurden und sich permanent fortpflanzten. Alle konnten vermittelt werden, wenn auch einige sehr scheu waren und unter schlimmen Deprivationssyndromen litten.

Ende des Monats werde ich zu Hilfe gerufen, um Rita, einer anderen Tierschutzkollegin zu helfen über 70 Hunde unterzubringen.  Den detailierten Bericht dazu finden Sie auf unserer HP wieder.

Mit unserem ersten Transport des Jahres können endlich die ersten beiden Hunde aus der Gemeinde Montefranco mit an Bord kommen. Über ein Jahr hat es gedauert, bis die Hunde frei gegeben wurden.

Wieder muss meine Anwältin in diesem Monat zu zwei Prozessen, die ich gegen die verleumderischen Tierschützer anstreben musste.

M ä r z

Der zweite Transport ist organisiert und viele Hunde  gehen Mitte des Monats zu ihren Familien. Wie jedesmal werden von den FahrerInnen viele Spenden gebracht, um den Hunden hier so weit wie möglich das Leben angenehm zu machen.

Wieder gibt es eine Anhörung in Terni… die in Folge zu ZWEITEN Mal verschoben wird wieder wegen eines Formfehlers. 2012 habe ich Anzeige wegen Verleumdung erstattet. Bis heute hat der Prozess immer noch nicht angefangen!!

Mittlerweile ist es das dritte Jahr, in dem ich beim Bürgermeister der Gemeinde Montelibretti und dem dazugehörigen Polizeikommandanten (der Dritte in drei Jahren) vorspreche, um für die 13 Hunde aus dieser Gemeinde,  zu bitten,  die Tiere aus dem canile „Casa Luca“ zurückzuholen, die keine Aussicht auf Adoption haben –  die Zeit vergeht … Sie sind immer noch dort.

A p r i l

Auch diesen Monat haben wir einen kleinen Transport mit einigen Hunden, die sehnlichst von ihren Familien erwartet werden.

7 Hunde aus Montefranco  haben eine Anfrage und müssen vom zuständigen Tierarzt vorbereitet werden. Sofort kommt die Antwort der umbrischen Tierschützer, die verzweifelt versuchen meinen Verein aus dem umbrischen Vereinsregister streichen zu lassen – ich bekomme eine Anzeige vom Verwaltungsgericht. Und wieder muss meine armen Anwältin mit einem Kollegen aus dem Verwaltungsrecht einen Drahtseilakt vollführen, um einem drohenden Unheil entgegen zu steuern.

M a i

Anfang Mai fahre ich für ein kurzes Wochenende nach Sperlonga, wo meine Freundin Alba armen Hunden hilft, die am Strand ausgesetzt werden, oder im Hinterland von Jägern lieblos gehalten, oft ein schreckliches Dasein führen müssen. Sie arbeitet mit einer Freundin zusammen, die bei sich zu Hause ca 15 Hunde in geräumigen Zwingern hält, aber keine Vermittlungschancen haben – so ist sie blockiert, um weiteren Hunden zu helfen. Also fotografiere und beschreibe ich all diese Hunde. Viele finden in den folgenden Monaten ein glückliches Zuhause, einige Wenige warten noch auf ihre Familie!

Leider hat sich in den vergangenen Monaten die Situation im Dog Village verschärft. Da der Bruder von Paola, der Tierärztin und Besitzerin des Canile, seit Monaten keine Pensionskosten für die Hunde leistet und somit alle Kosten auf Paola lasten, hat sie ihm mit diesem Monat den Vertrag gekündigt. Das bedeutet, dass er alle Hunde, aus den Gemeinden, mit denen er einen Vertrag hat, wegholen muss und wo anders unterbringen muss. Ich bin sehr verzweifelt und das Schicksal dieser Hunde, die ich teilweise schon seit Jahren kenne, liegt mir sehr am Herzen. Wenn sie wo anders hinkommen, werden sie niemals eine Chance auf ein glückliches Hundeleben haben, da der Bruder kein Interesse hat, dass es den Hunden gut geht – er hat nur das Geld der Gemeinden für ihre Unterbringung eingesteckt, die Verantwortung für Personal, Futter, Rechnungen, liegen bei Paola. Ich kontaktiere alle 23 Gemeinden, die mit Au.Ri (der Gesellschaft des Bruders, die die Verträge mit den Gemeinden macht) und erkläre ihnen, was hier passiert. Viele glauben mir nicht, fühlen sich gebunden an die vorhandenen Verträge, sind träge und zu faul einen Finger für ihre Hunde zu rühren.  Andere wollen ihre Hunde in canili unterbringen, die für mich unerreichbar sind – niemand hat Interesse, unsere langjährige Arbeit zu unterstützen FÜR die Hunde. Es ist ein Armutszeugnis, das ich zwar seit Jahren kenne, aber trotzdem bin ich enttäuscht vom Desinteresse der Verantwortlichen. Es kostet mich Tage, alle zu erreichen – also entscheide ich mich die restlichen 50 Hunde alle zu adoptieren und so zu verhindern, dass der Bruder sie irgendwohin verbringt, wo ich keinen Zugang mehr habe!

Nach wie vor haben wir immer wieder Engpässe mit den EU-Pässen für die Hunde und auch hier bin ich in fast täglichen Kontakt mit dem Verantwortlichen der Region Lazio. Eine nervenaufreibende Angelegenheit, weil es oft bis wenige Tage vor einem Transport nicht klar ist, ob wir genügend Pässe für alle Hunde bekommen. Und auch diesmal kann ein Transport mit vielen Hunden nach Deutschland abfahren. Und mit an Bord sind, sehr zum Ärger der umbrischen Tierschützer, 7 Hunde aus Montefranco!!! Das freut uns besonders, da diese armen Hunde seit Jahren hinter Gittern leben und die ansässigen Tierschützer der Meinung sind, dass das so bleiben solle!

J u n i

Wieder ein Monat, der mit einem Prozess in Terni beginnt … und wieder wird auf Monate verschoben wegen eines Fehlers in der Adresse eines der Beklagten … also Formfehler. Das kostet alles Geld, Zeit und Nerven – aber so ist die italienische Justiz.

Aber einen Lichtblick gibt es doch: im Gericht von Tivoli wird endlich mein erster Fall, den ich im Jänner 2012 angezeigt habe, in erster Instanz abgeschlossen! Ich gewinne!!!! J Der Beklagte, ist schuldig gesprochen und wird zu 15.000€ Schadensersatz verurteilt - aber leider keine Hoffnung, je an das Geld zu kommen – der Beklagte lebt von Sozialhilfe und kann nichts zahlen. So einfach ist es in Italien – man verleumdet öffentlich jemanden und wird niemals bestraft – im Gegenteil, die Kosten hatte ich allein. Er kann sich weiter hurtig im Internet mit seinen Kollegen austauschen, und über unsere Arbeit herziehen.

Ein weiterer Prozess gegen eine Frau, die ebenfalls öffentlich die abstrusesten Dinge von sich gegeben hat, geht in die nächste Runde. Auch hier sind unserer Chancen sehr gut zu gewinnen … fragt sich nur was und wann.

Raffaella und ihr Kollege, der Verwaltungsspezialist, schreiben eine „diffida“ (übersetzt würde es bedeuten: eine Verwarnung) an die Region Umbrien und die ASL Terni. Zu einfach machen sich diese Behörden zum Spielball der umbrischen Tierschützer, die, so scheint es, die Fäden in der Hand haben und die Marionetten in den Schlüsselpositionen tanzen lassen. Mal sehen, was daraus wird. Das Verwaltungsgericht arbeitet um einiges schneller als das Strafgericht.

Mitte Juni fahre ich mit einigen Mitgliedern vom WWF Terni, die unsere Arbeit sehr schätzen, nach Osimo, wo ein italienischer Verein eine Konferenz einberufen hat. Auch sie versuchen ihre Hunde in Deutschland zu vermitteln und haben die grössten Schwierigkeiten mit den örtlichen Behörden und auch Tierschützern. Sie gehen in die Offensive und haben einige ihrer deutschen Adoptanten mit ihren Hunden eingeladen. Auch ich habe hier meinen Auftritt und berichte über meinen jahrelangen legalen Kampf und die vielen unhaltbaren Anschuldigungen gegen mich. Zu vermerken ist auch, dass es mittlerweile 7 Einstellungen von verschiedenen Verfahren gegen mich gibt – also keine dieser dummen Anzeigen kommt zu einem Prozess, wo hingegen alle Anzeigen, die ich gegen diese Leute eingereicht habe, vor einem Richter verhandelt werden.

Man ist so hilflos gegen diese üblen Anschuldigungen, die so lächerlich und leicht zu belegen sind … und trotzdem auf fruchtbaren Boden fallen, denn gegen Dummheit und Boshaftigkeit ist man hier machtlos.

J u l i

Mitte Juli kamen wieder die fleißigen FahrerInnen von pro-canalba  für den 4. Transport des Jahres, gerade auch rechtzeitig für Lindas Eröffnungsfest. Linda ist unsere Physiotherapeutin, die Hunde nach ihren tw. schweren Operationen aufnimmt und sie wieder auf die Beine stellt. Sie hat ein wunderschönes Therapiezentrum neben ihrem Haus errichtet und mit viel Liebe und Aufwand ausgestattet. Alle sind begeistert, viele Fotos werden gemacht, die man sicher auf den diversen HPs besichtigen kann. Pro-canalba hat wieder viele Spenden gebracht, die Linda auspacken darf. Wir werden wunderbar bewirtet, denn Linda ist auch eine hervorragende Köchin.

Am nächsten Tag fahren wieder viele Hunde in ihr Glück.

Ende Juli treffe ich mich mit den ALFA Mädels zu Pizza und Wein und wir besprechen und planen unsere Reise nach Deutschland – wir haben viel Spass und sie können es kaum erwarten, ihre ehemaligen Schützlinge wieder zu sehen.

Ende des Monats kann ich endlich die 12 Welpen aus der Gemeinde Civitacastellana aus einem canile abholen. Seit April war ich mit der Gemeinde im Gespräch, die Hunde zu holen, aber sofort haben die örtlichen Tierschützer (diesmal aus der Gegend um Viterbo), die auch mit den umbrischen Tierschützern in regen Kontakt stehen und die Welt vor unseren Adoptionen schützen müssen. Auch  der Tierheimbetreiber und der zuständige Tierarzt stellten sich vehement dagegen, dass ich die Hunde mitnehmen durfte, obwohl ich alle Dokumente sowohl von der Gemeinde als auch der zuständigen ASL in der Hand hatte. Rita und Olivia haben mich begleitet und ließen sich nicht einschüchtern  -  schlussendlich, nach nervenzerfetzende Stunden,  konnten die Babies endlich in unser Auto geladen werden. Es ist unglaublich, wie sehr alle interessiert sind, dass die Hunde ein canile nicht verlassen – die Babies hätten ihr Leben dort verbringen müssen und die Gemeinde hätte die nächsten 10 oder mehr Jahre diesen Aufenthalt gezahlt.

Bevor der Monat rum ist, holen wir auf privatem Weg noch 4 Hunde aus dem canile Montefranco, denn leider haben die umbrischen Tierschützer es geschafft, den neuen Verantwortlichen der Region Umbrien so zu beeinflussen, dass seine erste Amtshandlung darin bestand, meinen kleinen Verein „Animalia amo Int“ aus dem umbrischen Vereinsregister zu streichen. Das bedeutet, dass ich als Verein in Umbrien nicht mehr aktiv sein kann. Wenn Hunde aus Montefranco adoptiert werden , dann müssen sich die Adoptanten direkt nach Montefranco bewegen und ihre Hunde direkt von der Gemeinde adoptieren.  Die Bürgermeisterin von Montefranco ist genauso empört, wie wir auch – sie gibt jegliche Unterstützung allen Leuten, die sich auf den weiten Weg machen wollen, um einen Hund aus dieser Gemeinde zu adoptieren. Sie werden auf Gemeindekosten in einem sehr schönen Hotel untergebracht. Umbrien ist eine wunderschöne Region und man soll nicht vergessen, dass von hier der heilige Franz von Assisi stammt. Hiermit bitte und wiederhole ich die Einladung, zu kommen, um einem der armen Hunde eine Chance auf ein würdevolles Leben zu geben. Danke!

A u g u s t

Dieses Jahr endlich Ferien in den Bergen J

Am 25.8. bebt die Erde um Rieti herum. Es ist ein schlimmer Erdstoss, der die beiden Städchen Amatrice und Accumuli dem Erdboden gleich machen. Es sind viele Opfer zu beklagen. Die Tierschützer sind in vollem Einsatz und helfen Tieren, die verwaist sind, verloren gegangen sind, im Chaos ihre Familien verloren haben. Die Auswirkungen sind noch Monate danach zu spüren und wir bekommen immer wieder Hunde angeboten, denen wir mit Adoptionen helfen müssen.

S e p t e m b e r

 Kaum ist man wieder zurück in der Hölle, ist die ganze Erholung pfutsch L - aber trotzdem ist das ein aufregender Monat.

Sabine von Alm von pro-canalba, Animalia Amo Int. (Deutschland) und HPIN haben sich zu einem einzigartigen Projekt zusammengeschlossen, dem „sicheren Hafen“. Das bedeutet, das wir den hinteren Teil mit den Aussenzwingern und die Hälfte des gemauerten Bereiches vom Dog Village mieten und so Unterbringung für fast 80 Hunde bieten können. Es handelt sich hier um Hunde, die uns von Privaten oder auch Tierschützern angeboten werden. Es bedeutet auch, dass wir keine Hunde von den Gemeinden aufnehmen können. Niemand von uns hat die nötige Befähigung, bei einer öffentlichen Ausschreibung mitzumachen und so werden die Hunde in entlegene canili gebracht.

Das Außerordentliche an diesem Projekt ist, die schnelle Vermittlung der Hunde und ihre geistige und körperliche Auslastung bis dahin. Wir sehen uns als Zwischen-Station, wo die Hunde vorbereitet werden, um so schnell wie möglich in eine Familie einzuziehen. Wie arbeiten regelmässig mit den Hunden, sie bekommen ihre Spaziergänge und auch Spiele. Leider halten nur Drana und ich die Stellung. Drana ist sehr wichtig und macht die schwere Arbeit, wie Reinigung der Zwinger, Fütterung und lässt die unkomplizierten Hunde in die Ausläufe. Ich kümmere mich um die Vorbereitung, Dokumente und wenn Zeit bleibt, arbeite ich mit den etwas „schwierigeren“ Fällen, die nicht einfach in einen Freilauf gesetzt werden können. 

Mit viel Mühe legen drei Vereine das nötige Geld zusammen, um dieses teure Projekt leisten zu können. Wir brauchen immer dringend Spender oder Paten, die einen Hund erhalten. Aber mehr können sie auf unseren HPs nachlesen, wo wir regelmäßig berichten.

Auch diesen Monat versuche ich mit dem neu gewählten Bürgermeister von Montelibretti Kontakt aufzunehmen und für die 13 Hunde im canile Casa Luca zu bitten. Mittlerweile habe ich 4 Polizeikommandanten und 2 Bürgermeister verschlissen, um diesen Hunden zu helfen, die, um es vorwegzunehmen, Ende des Jahres immer noch im canile sitzen. Mal sehen, ob sich 2017 , nach 4 (!!!) Jahren Bitten, etwas für diese armen Tiere tut.

Zum Glück haben wir viele fleißige Helfer in Deutschland, die sich nie unterkriegen lassen und trotz aller Schwierigkeiten immer wieder den Weg zu uns finden, voll bepackt mit Spenden und Ideen. Der erste Transport im Herbst ist abfahrbereit und wieder sind viele Hunde an Bord!

Am 23.9. ist es endlich so weit und 8 Italiener und ich treten unsere Reise nach Deutschland an. Für manche ist es schon das dritte Mal, dass sie ihre Adoptanten in Deutschland besuchen und immer wieder erfreut sind, wie gut es den Hunden geht. Für andere ist es das erste Mal, dass sie sich in dieses Abenteuer stürzen und  Zeugnis ablegen können, dass es den Hunden sehr gut bei uns geht. Im Grunde traurig, dass so etwas notwendig ist, aber sehen wir den positiven Aspekt, dass meine italienischen Tierschutzkolleginnen, die beinahe auch so im Trommelfeuer stehen wie ich, sich die Zeit nehmen ihre Hunde in den neuen Familien zu besuchen. Niemandem ist es egal, wohin die Hunde vermittelt werden – alle freuen sich über tolle Adoptionen und verständnisvolle Familien. An dieser Seite ein herzliches Dankeschön an alle Adoptanten, die uns aufgenommen haben, an meinen Verein Animalia Amo Int, den ich fast vollständig in Wiesbaden begrüßen durfte J und speziell an Sabine von Alm und ihren Verein, die das alles mit organisiert haben und uns herrliche Stunden in ihrem Haus mit vielen Hundebegegnungen beschert haben. IHR SEID ALLE TOLL!

O k t o b e r

Und weil es so schön war in deutschen Landen, fahre ich gleich Anfang des Monats wieder zu meinem Verein für die Jahreshauptversammlung J - ein intensives Wochenende! Leider immer viel zu kurz ist die Zeit um Dinge gemeinsam zu besprechen und schon bin ich wieder in Rom.

Kaum zurück, werde ich von der Forstpolizei vorgeladen und muss dort eine 4 stündige Aussage machen, ob ich mich an den Hunden bereichere und Geld von den Gemeinden für die Vermittlungen bekomme. Es handelt sich hier um die x-te Anzeige dieser unsäglichen „Tierschützer“, auch die Forstpolizei weiß ganz genau, woher der Wind weht – muss aber für den Staatsanwalt dieses Verhör durchziehen. Es ist wirklich unglaublich, dass man diesen Leuten nicht Einhalt gebieten kann und ich mich ausblute in den verschiedensten Prozessen.

Man glaubt es kaum … diesen Monat bin ich sogar drei mal bei meinem Bürgermeister in Montelibretti wegen der 13 Hunde … ich lasse nicht nach und nerve J leider werde ich immer vertröstet, DAS nervt!

Meine Freundin Simone kommt zu Besuch für ein paar Tage und will sich den sicheren Hafen ansehen. Sie nimmt gleich den liebe Duca mit dem Flugzeug zurück, der sich bald auf eine Vermittlung in Deutschland freuen darf. Hier war er eher unscheinbar … ein schwarzer großer Mischlingsrüde, mit einem goldenen Herzen, das aber erst in D überzeugen konnte – jetzt hat er es geschafft!

Fast genau zwei Monate nach dem Erdbeben, das Amatrice zerstört hat, bebt es wieder und auch in meinem Haus in Montelibretti wackeln die Wände. Wieder sind Hunde in Not, haben ihre Besitzer verloren und wir als „sicherer Hafen“ springen ein und versuchen zu helfen. Zum Glück beeinträchtigt das nicht unseren nächsten Transport – bis dahin ist alles vorbei und so gehen Ende des Monats viele Hunde mit dem Verein pro-canalba auf Reise.

N o v e m b e r

Meine Geduld mit den umbrischen Tierschützern ist zu Ende und mit Raffaellas Hilfe und ihrer Freundin Daniela, die Spezialistin in Zivilrecht ist, unternehme ich die letzte Anstrengung, diese Leute, die mich seit Jahren rechtlich verfolgen, auf dem Zivilweg anzuzeigen. Die Klage umfasst mehrere hundert Seiten und richtet sich an 7 Personen. Es wird sicher Jahre dauern, bis das alles abgehandelt ist, aber meine Forderung macht Angst und zeigt ihnen endlich, dass mit mir nicht mehr gut Kirschen essen ist.

Es folgen zwei Termine bei einem Mediator – das ist hier Pflicht, sonst kann man die Anzeige nicht auf den Richtertisch legen. Selbstverständlich präsentiert sich niemand von der Gegenseite und so verläuft der Versöhnungsversuch im Sande.

D e z e m b e r

Das Jahr neigt sich dem Ende zu und vor Weihnachten haben wir unseren letzten Transport für das Jahr 2016. Unser Projekt „sicherer Hafen“ hat nach einigen Anlauf- und Organisationsschwierigkeiten einen guten Rhythmus gefunden. Noch haben wir alle viel zu lernen, denn niemand von uns war jemals für ein Tierheim (der anderen Art) selbst verantwortlich. Die Arbeit ist enorm, macht viel Spaß – es wäre nur schön, wenn mehr Leute hier vor Ort mitmachen würden – leider sind die meisten italienischen Tierschützer entweder weit weg von mir oder selber sehr eingespannt. Also müssen Drana und ich die Zähne zusammenbeißen und die tägliche Arbeit für die Hunde so gut, wie möglich verrichten.

Lichtblicke sind außerordentliche Besuche von Deutschland, Helfer, die Hand anlegen wo weder Drana noch ich dafür Zeit haben.

Noch kurz vor Weihnachten bittet mein Amtstierarzt mich um Hilfe bei einer schlimmen  Situation, in der ein alter Mann unerwartet gestorben war und 11 unkastrierte Hunde hinterlassen hat. Also ziehen nach unserem Weihnachtstrapo 6 Hunde in den sicheren Hafen – sie sind in einem erbärmlichen Zustand, aber wir werden sie schnell aufpäppeln.

Mein kleiner Kater Mowgli, der mich über 18 Jahre lang begleitet hat, geht für immer. Er hat lange gekämpft und es war sehr schwer für mich, ihn loszulassen.

In diesem Jahr wurden 8 Transporte gefahren – und wieder haben viele Hunde ein liebevolles zu Hause gefunden. Der Verein pro-canalba hat fast alle Transporte selber gefahren, die tüchtigen FahrerInnen haben ihre Urlaubstage dafür verwendet, haben Tonnen von Spenden gebracht, sich auf die Hunde gefreut und sie alle einzeln besucht. Trotz der übermenschlichen Anstrengung nach tausenden Kilometern, wurden kommentarlos die vollbeladenen Autos geleert, dokumentiert und die Spenden an die richtigen Orte (Futter, Decken, Körbchen, … ) verteilt.

Ihre Geldzuwendungen haben uns sehr geholfen, die Bedürfnisse der Hunde  erfüllen zu können – dafür danke ich allen von ganzem Herzen!

                       Bitte besuchen Sie unsere Homepages, wo Sie viel Interessantes nachlesen können:

www.animalia-amo.com

www.pro-canalba.eu

www.hundepfoten-in-not.de

DANKE IM NAMEN ALLER VIERBEINER

 

Jahresrückblick 2015

Liebe Hundeeltern,

Die erste Bescherung, die das Dog Village und seine Hunde erleben durften. Weit gereist kamen die Weihnachtsfrauen mit vielen kleinen und grossen Geschenken für die Hunde, die sich mit grossem Eifer ans Auspacken machten. Auch das Team vom Dog Village wurde bedacht und hat sich sehr über alle Aufmerksamkeiten gefreut.  So eine Weihnachten gab es hier noch nie und wird so schnell nicht vergessen werden!

Wie jedes Jahr  möchte mich bei Ihnen/Euch allen bedanken. Es war, wie seit einigen Jahren, sehr intensiv sowohl in der Hundevermittlung, als auch in unseren Verbesserungsarbeiten, als auch im juridischen Kampf. Nach wie vor ist Italien ein schwieriges Pflaster, resistent gegen Verbesserungen und beständig in Missständen.  Ich durfte wieder wunderbare Menschen kennenlernen, die keine Mühe und Kilometer scheuten, um ihrem Hund jede weitere Minute an Leid zu ersparen.

Viele Rückmeldungen geben mir die nötige Kraft weiter zumachen und das ist ein sehr wichtiger Teil dieser Arbeit,  denn  ich bin FÜR  JEDEN HUND bis an sein Lebensende verantwortlich  und MUSS JÄHRLICH  an die zuständigen Gemeinden einen Bericht schreiben und aktuelle Fotos schicken! Ich bitte Sie, wie jedes Jahr,  mich über etwaige Adress- oder Telefonänderungen zu informieren, damit der Kontakt auch weiterhin gewährt bleibt.

Im kurzen Rückblick 2015 können Sie  nachlesen, wie mein Tierschutzjahr verlaufen ist.

Ich wünsche Ihnen und Ihren Lieben ein gesegnetes Weihnachtsfest & einen guten Rutsch ins neue Jahr 2016!

Claudia Röckl

J ä n n e r

Wir gehen ins zweite Jahr mit unserer Aktion „Schotter für Kies“. Einer der kältesten und verregnetesten Monate im Jahr, war diesmal sehr milde und hat es gut mit den Hunden gemeint. Natürlich hat es geregnet und die Hunde sind im Schlamm gestanden und so hat das Jahr für uns hier mit schaufeln und karren angefangen. Sehr fleissig haben wir, auch mit aktiver deutscher Hilfe, einen Zwinger nach dem anderen ausgestattet und so sind nur mehr wenige über, die in schlechten Zustand sind. Die Hunde geniessen es auf dem sauberen Kies zu liegen.

Siehe auch http://www.animalia-amo.com/index.php/spendenaktionkies.html

Der liebe Gianni, der seit Jahren hinter Gittern sitzt, wird endlich adoptiert – von meiner Anwältin Raffaella J

 

F e b r u a r

Anfang des Monats bringt pro-canalba die letzten Hunde aus Imola ins Dog Vilage. Diese Kapitel ist abgeschlossen – wir sammeln Beweismaterial, dass nie wieder mit Hunden so umgegangen wird.  Leider konnten wir im Endeffekt nichts gegen den Betreiber unternehmen, da das zuständige Vetamt von Ravenna diese Unterbringen für artgerecht erklärte und gegen kein Gesetz  verstossen wurde…

Isis, Sahara und Sidney, 3 Schwestern, die mit nicht einmal 2 Monaten ins canile Stroncone kamen, durften endlich „auschecken“. Sie haben nach einem Leben im canile eine Adoption in D gefunden und werden in einer Pension für die Ausreise vorbereitet.

M ä r z

Was der April wettermässig in D ist, ist der März hier in Italien – sehr unbeständig! Umso mehr konnten wir aufatmen, dass wir vom Schlimmsten verschont wurden.  Der Verein „perspektierisch“ kam mir 12 MItgliedern für eine Woche nach Italien, um im Dog Village zu helfen. Auf dem Programm stand, die hintersten Zwinger mit einem ca 2 Meter breiten  Zementstreifen zu versehen, dass die Hunde endlich auch hier im Trockenen stehen konnten. Vier Vereine haben Spenden gesammelt, dass die Kosten gedeckt werden konnten. Die Arbeiten gingen gut voran.

Kaum waren meine tüchtigen Helfer abgefahren, musste ich mich in Terni bei der Forstpolizei melden, um verhört zu werden. Mit zwei Anwälten habe ich 5 Stunden Rede und Antwort gestanden – die Anzeige lautete: Tierquälerei, Geldmacherei, Hunde in Versuchslabors, Hunde in Bordelle, Drogenhandel mit Hunden, …

Iva will ihr Casale (altes italienisches Landhaus) mit dem Grundstück verkaufen und ist mit Interessenten im Gespräch. Wenn das spruchreif wird, müssen alle Hunde weg. Wie bemühen uns, die Situation unter Kontrolle zu halten und die Zahl der Hunde sinkt immer weiter.

Vor einem Jahr genau war ich beim Bürgermeister der Gemeinde Montelibretti, um ihn zu bitten seine Hunde aus dem canile „Casa Luca“ zurückzuholen, die keine Aussicht auf Adoption haben – leider hat er nichts unternommen. Sie sind immer noch dort.

A p r i l

Da wir leider im März unsere Arbeiten im Dog V nicht beenden konnten, da eine Woche einfach auch für 12 Leute zu knapp ist, konnte die 34 Tonnenschwere Betonmischmaschine endlich wieder anfahren. Jetzt sind die Zwinger fertig und müssen nur noch dick mit Sand aufgefüllt werden. Den gesamten Monat haben wir mit mehr oder weniger Hilfe die Situation für die Hunde verbessern können und sehr viel gearbeitet.

Die Gemeinde Rieti macht regelmässig Schwierigkeiten bei der Autorisierung der Adoptionsanträge. Der Verantwortliche, hat einerseits keine Ahnung vom Prozedere und keinerlei Verständnis für Hunde, lieber überlegen sie alle ihre Hunde in ein canile in eine andere Region zu verlegen, die ein paar Cent weniger verlangt, aber die Hunde lebenslang hinter Gittern verbringen müssen.

Wir konzentrieren uns weiter auf die Hunde von Iva, die ein zu Hause suchen – es werden zum Glück immer weniger.

Die Verleumdungen von Seiten italienischer „Tierschützer“ gehen weiter und werden öffentlich ins Internet gestellt.

Unsere geliebte Maremmana Neve hat den Kampf um einen Knochentumor verloren – sie hat uns 10 Jahre begleitet.

M a i

Nach einer kurzen Woche in Wien, hat mich der Tierschutzalltag wieder. Die Arbeiten im Dog Village haben kein Ende und mit Hilfe von 2 Tierschützerinnen von perspektierisch wird geputzt, was das Zeug hält, und den fliegenden Pollen der Kampf angesagt. Auch wurden sämtliche kaputte Schläuche ausgewechselt und viele kleine Dinge erledigt.

 

Mit Hilfe meiner Freundin Silvia holen wir gemeinsam einen armen Pointer aus dem canile „Casa Luca“. Der Hund wurde lieblos von seinem Besitzer abgegeben, weil er unter Epilepsie leidet. Wir bringen ihn im Dog Village unter, wo er auf eine Adoption wartet.

Ende Mai hat Giulia Bartolomeo mit ihrem Verein „ecospet“ eine Tierschutzkonferenz ausgerichtet. Es referieren der deutsche Partnerverein „Tierisch Grenzenlos“, Fr. Dr. Matassa vom Gesundheitsministerium und Sara Turetta, eine Italienerin, die rumänischen Strassenhunden hilft. Es ist das erste Zusammentreffen dieser Art, wo ein dt. Verein sich und seine Arbeit  vorstellt. Später trifft auch die Vorsitzende der ENPA, Fr. Carla Rocchi ein und entschuldigt sich öffentlich, dass Fraktionen Ihres Vereins immer wieder öffentlich gegen unsere Arbeit vorgehen.

 J u n i

 Durch eine Umstellung der von der ASL selbstgedruckten EU Pässe auf fertige, bunte, schön geheftete Pässe, kommt es zu einem Engpass, der bis September halten wird. Jeder Transport ist in Gefahr, ob ausreichend Dokumente vorhanden sind. Teilweise müssen die Pässe von andere ASL ausgeborgt werden.

 

Wieder darf ein Hund aus Stroncone auschecken. Elgar ein wunderbarer Maremmane hat sein Glück gemacht und darf im August ausreisen. Meine „to-do“ Liste der alten Hunde, denen ich versprochen hatte, dass ich sie nicht vergessen würde, schrumpft – nur noch 2 sind übrig: Fabian & Florestan.

J u l i

Voriges Jahr im Juli kam Glory aus dem Dog Village zu Linda, einer tollen Physiotherapeutin, die aber leider den Kampf um sie verloren hat. Ein Jahr später schicken wir wieder ein Hundekind zu ihr, ein zierliches Geschöpf, das einen Beckenbruch erlitten hatte – die Prognose war gut und nach einer intensiven und kostspieligen Therapie, konnte Violetta in D ein zu Hause finden.

Über Rosanne, einer lieben Freundin vom Verein ALFA, habe ich Kontakt zu einem Verein in Palermo, wo sich 2 Rottis befinden, die ein zu Hause suchen. Leider sind diese Hunde in Sizilien in besonderer Gefahr, da immer wieder Tiere aus canili verschwinden, um Kampfhunden zum Training vorgeworfen werden. Diese beiden Hunde holte ich vom Flughafen ab. Es sind traumhafte Tiere, die sich schon bald über eine eigene Familie freuen dürfen!

 

Wir beobachten, dass die Zahl der Hunde, die von Privaten weg müssen, steigt, speziell die Welpen – es werden immer mehr, trotz Kastrationskampagnen… Im Moment müssen wir uns mehr um diese Tiere kümmern, als um die Hunde aus dem canile, wo eher weniger über das Vetamt ankommen.

 

A u g u s t

 

Dieses Jahr keine Ferien für mich. Aus den verschiedensten Gründen kann ich leider nicht wegfahren und verbringe den heissen August in Rom. Die Arbeit reisst nicht ab. Die Sommermonate sind besonders intensiv im Dog Village, da viele Hunde in Pension abgegeben werden. Also helfe ich hier und mache bei meiner Aktion „Schotter für Kies“ bzw anderen Arbeiten weiter. Auch ist wieder eine COMFORTIS Runde angesagt, da die Flöhe durch die Hitze aus allen Ritzen kommen und unsere Hunde quälen.

 

Costanza, eine befreundete Tierschützerin, die Kontakte zu einer Züchterin von Pointern, Irish Settern & Spinone hat, bringt mir 4 elende Hunde, die in fürchterlichem Zustand sind, zur Vermittlung. Perla, eine wunderschöne Irish Setterhündin, stirbt, trotz intensivster Behandlung. Es ist absolut skandalös und wir sind alle sehr traurig. Ich hätte diese Frau gerne angezeigt, denn sie verdient mit kranken Welpen, die sie verkauft, ihr Geld. Aber niemand unterbindet das, am wenigsten das zuständige Vetamt, die diese Dame decken. Leider kann ich mir diesen weiteren Kampf nicht mehr leisten und so geht die Runde an sie  und  noch viele Hunde werden dort geboren werden, mit ausgelaugten Mutterhündinnen, auf die keine Rücksicht genommen wird. Alle Hunde, die wir bisher von dort bekommen haben, waren in besorgniserregendem Zustand, mager, verwurmt, verhaltensgestört – ich habe trotz sämtlicher Beweise keine Chance, diese Züchterin für immer zu schliessen.

 

S e p t e m b e r

 

Ein schrecklicher trauriger Monat – 2 Hunde mussten ihr Leben lassen, weil die Zäune im Dog Village zu schwach waren. Andere Hunde aus dem Nachbarzwinger haben sich durchgebissen und sind über die beiden jungen, freundlichen Hunde hergefallen und haben sie totgebissen. Mein Entsetzen und meine Traurigkeit sind endlos. So viel Mühe und trotzdem ist es immer zu wenig, was man macht.

 

Auch dieser schweisstreibende Monat geht vorbei und wir bereiten die Hunde für den Transport Mitte September vor – diesmal haben wir endgültig ein Problem: es gibt keine Pässe mehr! Nur durch Intervention über die Region kommt man endlich auf Touren und druckt … Pässe, die falsch bedruckt sind L also, alles wieder retour und weiterzittern. Wie es eben so ist, löst sich kurz vor Abfahrt, alles in Wohlgefallen auf – aber es kostet Nerven!

 

Wieder kommt ein Hund aus Palermo – ein wunderschöner Spinone, der leider immer noch kein zu Hause hat.

 

 

O k t o b e r

 

Dieser Monat ist von vier Gerichtsterminen gezeichnet. Es sind verschiedene Prozesse, in die ich hineingezwungen wurde und wo ich Leute anzeigen musste, die meinen Namen und meine Tierschutzarbeit verleumdeten. Ich musste vor Richtern aussagen, Dinge, die tw. Jahre zurückliegen – denn hier in Italien dauert so was endlos! Aber meine Prozesse gehen alle in die nächste Runde …wann auch immer diese sein wird J

Eine einzige und sehr wichtige Anhörung wurde gegen mich vorgebracht, von (immer den gleichen) Silvia Festuccia, Sonia Desideri & Alma Galli, die verzweifelt versuchen meine Arbeit zu boykottieren und mir die schlimmsten Dinge andichten, unter anderem, dass ich Drogen in den Hunden schmuggle. Raffaella hat ihr Bestes gegeben und die Richterin überzeugt, das unsere Arbeit einwandfrei ist. Im November kam der Bescheid und wurde als Pressemitteilung durch ganz Italien geschickt! Eine Übersetzung dessen wird demnächst auf der HP erscheinen.

 

Dazwischen habe ich auch noch meine Tierschutzfreundin Luigia und ihr Projekt „Oasi nuova vita“ in Apulien besucht. Eine schreckliche Region, die mit ihren Tieren sehr schlimm umgeht. Der Verein „Perspektierisch“ hat sich dieser Sache angenommen, nachdem der Verein „Tierschutzprojekt Italien“ Luigia aufgegeben hat und sich anderen Objekten zuwandte. Es war ein intensives Wochenende, wo man Luigias Projekt und die Hintergründe besser kennenlernen konnte.

 

N o v e m b e r

 

Eine alte, sanfte, kleinere Maremmanin, die mir schon länger in meinem Dorf aufgefallen war, wie sie immer die selben Wege gelaufen kam, konnte ich endlich von der Strasse holen und ins Dog Village bringen. Sie war so schwach und Parasiten übersät, dass es ein Wunder war, dass sie noch nicht komplett ausgeblutet war. Sie wurde dreimal mit Flohshampoo eingeseift und bekam endlich gutes Futter, ein warmes weiches Plätzchen … aber es sollte nicht sein – nach nur 3 Wochen Pflege, starb sie elend an einer Magendrehung im Dog Village.

 

Florestan aus Stroncone hat endlich eine Anfrage und ich hole ihn gemeinsam mit seinem alten Kumpel Fabian aus dem canile. Auch wenn Fabian noch keine Familie hat, wollten wir ihn nicht zurücklassen – er kann jetzt besser eingeschätzt werden und wir sind zuversichtlich, dass er es bald schaffen wird, ein eigenes zu Hause zu bekommen.  Ich konnte mein Versprechen allen alten Stroncone Insassen gegenüber einhalten!

 

 

D e z e m b e r

 

Anfang des Monats muss ich nach Viterbo, wo eine ältere Dame mit über 40 Hunden unter unbeschreiblichen Zuständen lebt. Assunta hat ca 2 Monate im Frühjahr dort ausgeholfen und versucht der Frau zu erklären, dass die Hunde behandelt und vermittelt gehören. Sie wollte davon nichts wissen. Assunta hat mit Film und Bildern die Hunde und ihre Zwinger dokumentiert, woraufhin Raffaella tätig wurde und die Frau und gleich das Vetamt mit angezeigt hat. Kurz darauf wurde die Situation von einer Spezialeinheit der Carabinieri kontrolliert und beschlagnahmt. Die Hunde wurden behandelt und die rattenverseuchte Müllhalde wurde aufgeräumt. Endlich kam der richterliche Bescheid, dass ich dorthin kommen sollte und eine fotografischen Bestandsaufnahmen machen sollte. Es erwartete mich eine Gruppe empörter örtlicher Tierschutzgruppen, die sowohl die Situation als auch die Frau kannten, sich aber in all der Zeit niemals blicken liessen – erst als die Beschlagnahmung kam, wurden alle aktiv, um der „armen Frau“ die Hunde zu lassen. Trotz massivster Proteste, 4 Forstpolizisten und 2 Amtsveterinären konnte ich meine Aufgabe erfüllen und habe einen halben Tag dort verbracht die Hunde zu fotografieren – im nächsten Jahr werden wir sehen, ob wir sie auch vermitteln dürfen, oder ob sie dort ihr Leben verbringen müssen. Es ist wirklich ein Kasperltheater in Italien! Was gut ist, wird bekämpft und was schlecht ist, hat Ewigkeitswert L

 

Der Supergau: Eva, eine der ersten Hündinnen im Dog Village, hat endlich eine Möglichkeit nach D zu kommen und wird ein paar Tage vor dem Transport von anderen Hunden getötet, wieder wegen der kaputten, geflickten Zäune, die der Langeweile und den Zähnen der Hunde nicht gewachsen sind.

 

Wieder muss ich mit Raffaella nach Perugia, denn diesmal ist sie dahinter gekommen, dass ein umbrischer Politiker sich vor den Wagen der ternanischen Tierschützer spannen liess und öffentlich verlangt hat, dass mein kleiner italienischer Verein aus dem umbrischen Register gestrichen wird, wo ich mich eintragen musste, um den dortigen Hunden zu helfen – der Dummheit ist wirklich keine Grenze gesetzt, also gibt es ein Anzeige wegen Verleumdung …L

 

Das Jahr ist fast vorbei und ich bedanke mich an dieser Stelle bei meinen italienischen Helferinnen Assunta und Annamaria, die als Pflegestellen einen wichtigen Beitrag leisten und die Hunde bestmöglich für die Transporte nach D vorbereiten.

Auch ist die Zusammenarbeit mit meinem deutschen Partnerverein animalia amo Int, mit pro-canalba, Hundepfoten in Not und perspektierisch und auch privaten Helfern sehr erfolgreich und ohne sie könnte ich hier nichts zustande bringen – ein herzliches Dankeschön, dass Ihr immer für mich und die Hunde da seid!!

 

 

In diesem Jahr wurden 17 Transporte gefahren – und viele Hunde haben ein liebevolles zu Hause gefunden

DANKE IM NAMEN ALLER VIERBEINER!

 

 

Jahresrückblick 2014

J ä n n e r

Das Jahr beginnt und endet mit einem Gerichtsmarathon… Unmittelbar nach den Weihnachtsfeiertagen erhöhen die Tierschützer der Region Umbrien den Druck und versuchen Vermittlungen der Hunde im Allgemeinen, sprich auch in Italien selbst, zu verhindern. Die zunehmenden Beschwerden und Drohungen bleiben bei der Verantwortlichen der Gemeinde nicht ohne Reaktion und führen zu einem absurden Prozedere, das eingehalten werden muss, wenn man einen Hund aus Umbrien adoptieren will  - egal ob dieser selbst aus Umbrien stammt oder wie im Fall des canile Stroncone, aus der Region Lazio kommt.

Anders formuliert bedeutet es, dass selbst ein Hund der einer ganz anderen Region zugehörig ist, wenn er erstmal in einem umbrischen Tierheim untergebracht ist, dort quasi als „Geisel“ gehalten wird, es sei denn man erfüllt eine Reihe von absurden Bedingungen, diese umfassen unter anderem: …….. muss ich noch ergänzen, habe im Moment keine Zeit dazu Ich bin gezwungen das Verwaltungsgericht einzuschalten, um die Rechte der Hunde zu bewahren.

Durch die langanhaltenden Regenfälle wurde Ende des Monats die Aktion „Schotter für Kies“ ins Leben gerufen, an der sich die Vereine Animalia Amo Deutschland, Pro Canalba und Hundepfoten in Not beteiligten, um die Gehege im Dog Village so aufzubereiten, dass die Hunde nicht mehr im Schlamm stehen.

F e b r u a r

Wieder geht es mit 2 Rechtsanwälten nach Perugia, wo sich das Verwaltungsgericht (TAR) befindet.  Dort klagt auch eine deutsche Tierschützerin, die seit 2012 versucht einen Hund aus der Gemeinde Terni zu adoptieren, was ihr bislang verweigert wurde. Grund dafür ist einzig und allein, dass man keine Hunde nach Deutschland vermitteln will, so versuchen wir über das Gericht den Hund aus dem canile zu befreien. Nachdem wir dem Richter unter großer Astrengung umfassendes Beweismaterial vorgelegt hatten, stellt sich bei der Anhörung heraus, dass er sich nichts von alledem angesehen hatte und och nicht einmal wusste worum es eigentlich ging. Meiner Anwältin Raffaela und ihrem einstündigen Plädoyer ist es zu verdanken, dass der Gerichtsttermin nicht ganz fruchtlos war. Offenbar beeindruckt von ihren Ausführungen ordnet er eine internationale Untersuchung (!) an, die Botschaft, Außenministerium, usw. miteinbeziehen soll. Die nächste Anhörung wird für Juni 2014 angesetzt.

Es gießt weiter in Strömen und die Schubkarren voller Kies verursachen Blasen, aber ein Teil der Hunde steht bereits im trockenen und erfreut sich sichtlich an ihren neuen Zwingern. J M ä r z

Am 1.3. kommen nach Langem wieder 3 Hündinnen aus Stroncone heraus: Irene, Dorabella und Despina. Der zuständige direttore sanitario (der zuständige Tierarzt des caniles ) schrieb über sie: nicht adoptierbar, weil bissig, eine nicht transportierbar, weil erkrankt an einer Pankreatitis … merkwürdig, Paola hat Blut abgenommen und der Befund hat den „Daumen mal Pi“ Befund von Stroncone nicht bestätigt, außer dass der Hund voll Würmer war. Es ist einfach unglaublich: hier hat Recht, der Schlechtes tut und umgekehrt.

Am 12.3. war wieder ein Termin am Verwaltungsgericht, wo das Urteil vom vorigen Jahr bestätigt  wurde (rechtskräftig wird es erst nach einem Jahr), in dem es darum ging,  dass die umbrischen Tierschützer einen sofortigen Stop aller Transporte erwirken wollten. Das Gericht entschied dagegen.

Am  14.3. wurde ein Gesetzesvorschlag in der Region Umbrien  diskutiert, der u.a. besagt, dass umbrische Hunde  nicht ausgeführt werden dürfen (nicht mal innerhalb Italiens …)

Mitte März besuche ich den Bürgermeister meiner Gemeinde Montelibretti und informiere ihn, dass er an die 20 Hunde in einem der schlimmsten canili in Rom sitzen hat. Wenn man bedenkt, dass Montelibretti ca 70km von dort entfernt ist, kann man sich vorstellen, wie viele Ortsangehörige dorthin fahren, um einen armen Hund aus ihrer Gemeinde zu adoptieren. Der Bürgermeister hatte, wie üblich keine Ahnung, der Polizeikommandant hingegen schon. Er gab mir das Versprechen, sich darum zu kümmern, dass die Hunde ins Dog Village verlegt würden – sie befinden sich immer noch im canile Casa Luca!

Wir beenden in diesem Monat die „Aktion Schotter für Kies“, weil der Boden mittlerweile zu trocken ist, um sich mit den Steinen zu vermischen.

A p r i l

Dorabella ist seit Wochen bei mir in Pflege. Eine schwierige Hündin, die nicht begreifen will, dass es jetzt besser werden soll. Sie ist sehr krank, wie sich in den Befunden zeigt. Am 7.4. wird sie operiert und während der OP wurde ich von Paola angerufen, dass ein Tumor mit dem Darm, dem Magen und sämtlichen inneren Organen verwachsen war und somit inoperabel – zum Glück gaben Paola und Michaela nicht auf und entfernten dieses Gewächs, das sich als Zyste herausstellte. Dorabella hatte noch ein paar schöne Monate, bis sie im Juli dann leider an Nierenversagen starb.

Am 11.4. gab es eine weitere Anhörung, weil die zuständige Staatsanwältin meine Klage gegen 4 umbrische Tierschützer wegen Nichtigkeit abweisen wollte, trotz übelster öffentlicher Verleumdung. Dieselbe Staatsanwältin hatte 2010 1,5 Jahre gegen mich ermittelt und war damals zum Schluss gekommen, dass ich gute Arbeit leiste. Ein Jahr danach hat sie Zweifel, wo die Hunde in D hinkommen und gab diesen 4 Subjekten Recht, dass diese mich öffentlich einer Straftat beschuldigen – denn, laut ihr, gäbe es berechtigte Zweifel an meiner Arbeit. Ich frage mich, was sie 1,5 Jahre recherchiert hat. Im April wurde dann vor einem Richter diskutiert, ob meine Klage archiviert wird oder weiter geht. Es geht weiter…. Nach einem Jahr in dem Iva´s Hunde von uns betreut werden, ist die Zahl stetig gefallen und im Moment befinden sich bei Iva um die 35 Hunde. J

M a i

Die langersehnte Antwort des deutschen Ministeriums für Landwirtschaft in Bonn ist gekommen. Diese bestätigt:  Private dürfen ihre Hunde nicht an der Hintertür von Versuchslabors abgeben – was für eine Überraschung! Jetzt kann endlich das italienische Ministerium seinen Bericht  an das Verwaltungsgericht schicken. Ich selbst habe mit dem deutschen Ministerium für Landwirtschaft in Bonn 40min lang gesprochen, um sie nochmals zu bitten mir separat schriftlich zu geben, dass adoptierte Hunde nicht an Labors abgegeben werden dürfen … die Verantworliche dort war sprachlos, als sie meinen Bericht über die italienischen Unterstellungen hörte.

Die Gemeinde Fara Sabina, die in Lazio liegt, hat ihre über 70 Hunde im canile in Stroncone (Umbrien) untergebracht. Wie schon vorher erwähnt gibt es große Schwierigkeiten, die Hunde von dort wieder zurückzuholen, auch wenn sie aus einer anderen Region sind. Raffaella und ich hatten also einen Termin bei der Verantwortlichen, um ihr diese Situation darzulegen und zu fragen, wie viele Hunde die Gemeinde denn im Jahr adoptieren würde. Leider war sie nicht interessiert an unserem Vorschlag und wollte die Hunde in der eigenen Gemeinde vermitteln. Aber kurz nach unserem Besuch gab es einen Eintrag auf der Homepage der Gemeinde, mit der Bitte einen Hund aus dem canile Stroncone zu adoptieren. Mittlerweile sind viele Monate vergangen und kein Hund  aus Fara Sabina, hat Stroncone verlassen dürfen.

Am 12.5. klingelt es um 9.00 an meiner Tür in Rom und 2 Carabinieri in Zivil stehen vor der Tür. Ich werde 4 Stunden zu meiner Tierschutzarbeit verhört. Nach 2 Stunden trifft auch Raffaella ein und unterstützt meine Bemühungen, den beiden Beamten zu verdeutlichen, dass es auch Menschen gibt, die einen alten, kranken Hund schön finden und ein zu Hause geben wollenIch muss mich von meiner kleinen Katze Linda verabschieden, die mich 13 Jahre lang begleitet hat.

J u n i

Wieder geht es zum Verwaltungsgericht nach Perugia, diesmal wird Einspruch gegen das Urteil erhoben, das verbietet, dass Hunde ins Ausland gebracht werden dürfen –eine absolut EU-widerrechtliche Verordnung. Die Anhörung am Bundesverwaltungsgericht ist im September.

J u l i

Der kleinen Hündin Glory aus dem Dog Village geht es schlecht und niemand kann ihr dort helfen. Sie braucht eine Spezialuntersuchung und Dank einer großzügigen Spenderin kann ich sie in eine Klinik bringen, wo sie alle neurologischen und orthopädischen Untersuchungen durchlaufen kann. Danach kommt sie zu Linda, einer wunderbaren Physiotherapeutin für Tiere, die ab nun mit Glory arbeitet, dass sie wieder auf die Beine kommt und die sehr aufwendige medikamentöse Behandlung mit ihr macht. Sie befindet sich immer noch dort und ihre Prognose ist leider sehr schlecht, weil ein Chondrosarkom (Knochenkrebs) akut geworden ist.

Der Verein perspektierisch möchte in Italien helfen und kommt das erstemal nach Rom, um einige Projekte kennen zu lernen.

Wieder muss ich mich von einem geliebten Tier verabschieden – mein Terrierrüde Braxi hat mich unvermutet verlassen.

A u g u s t

Endlich Ferien!

S e p t e m b e r

Das Faulenzen wird bestraft … viel Arbeit wartet J.

Im Dog Village befinden sich unter anderem 40 Hunde, die 2010 von einer Animal Hoarderin beschlagnahmt wurden. Niemand kümmerte sich darum die Beschlagnahmung voran zu treiben, damit die Hunde endlich adoptiert werden könnten. Bisher musste für jeden Hund eine Anfrage direkt an den zuständigen Richter gestellt werden. Meine unermüdliche Raffaella übernahm auch diese Arbeit, damit nur jeder Hund seine reelle Chance bekommen sollte. Aber jetzt gelang es ihr die Beschlagnahmung aufheben zu lassen und somit sind die Hunde ganz „normale“ Hunde, die der Gemeinde gehören. Das mag nach nichts besonderem klingen, aber jeder Verein, der für einen dieser bedauernswerten Geschöpfe eine Familie fand, kann ein Lied davon singen. Aber auch das schreckte uns nie ab! Es gibt noch einige alte und unscheinbare dieser vergessenen Hunde, die nach wie vor ein Zuhause suchen.

Am 23.9. gab es die Anhörung am Bundesverwaltungsgericht. Es ist ein Jammer, dass Richter, Staatsanwälte und Anwälte so wenig Ahnung von der Materie „Tier“ haben. Es ist sicher nur ein kleiner Teil in dem Dschungel der Paragrafen, aber es gehört auch dazu. Raffaella ist eine begnadete Rednerin und veranschaulicht auch einem Laien, die schwierigsten Themen. Die obersten Richter waren jedenfalls beeindruckt und meinten, dass das Verwaltungsgericht in Perugia sich beeilen möge in seinem Entscheid, den Hund Tevere endlich frei zu geben. So hat es uns Recht gegeben. Aber weil nix einfach in diesem Land ist, wurde der Ball an die erste Instanz zurückgeworfen: Das 1. Gericht hat was entschieden, das im Normalfall nach EINEM Jahr bestätigt wird. Wir haben auf den ersten Entscheid in höchster Instanz Einspruch erhoben, was bewirkt hat, dass sie uns Recht gegeben haben und das 1. Gericht zwingt den Entscheid nicht nach EINEM Jahr sondern früher zu bestätigen, in unserem Fall zu revidieren. WIE das aussieht, kann ich nicht sagen.

Diese Anhörung soll im Mai 2015 stattfinden … und so vergeht die Zeit – wie viel davon bleibt Tevere?

 

 O k t o b e r

Wenn man denkt es geht nicht schlimmer, wird man im italienischen Tierschutz immer eines Besseren belehrt. Am 17.10 komme ich endlich dazu nach Imola zu fahren. In der Nähe befindet sich ein canile, wo Hunde aus dem Dog Village „ausgelagert“ werden, um die Anzahl der zahlenden Hunde zu erhöhen. Im Dog Village haben max. 180 Hunde Platz. 2 Gemeinden haben diesem Deal zugestimmt, weil es dort um 40cent billiger war und so wurden seit 2010 Hunde aus diesen beiden Gemeinden dorthin gebracht … und in den seltensten Fällen wieder zurück. Leider liegt dieser Ort ca 400km weiter nördlich und  mit all der Arbeit, die hier auf mich wartet, war es mir nicht möglich vorher dorthin zu fahren, auch wenn ich diese Hunde nie vergessen habe. Roberta meine Tierschutzfreundin, die aus Tivoli kommt – eine der Gemeinden, die die Hunde dorthin fahren lässt, hat bei der ersten Gelegenheit zugestimmt mit mir dorthin zufahren. Unbeschreibliches haben wir gesehen und dokumentiert: http://www.animalia-amo.com/index.php/canile-imola.html

 

Am 25.10 begleitete ich den Oktobertransport nach D und habe eine Woche Zeit von Dortmund bis Mannheim Tierschutzkollegen zu treffen, die ich bisher über Telefon oder Mail kannte. Ein herzliches Dankeschön an dieser Stelle für die freundliche Aufnahme und den bereichernden Gedankenaustausch!

 

N o v e m b e r

 

Am 1.11. haben wir unsere Jahreshauptversammlung.

Im Dog Village hat der Verein Pro Canalba das Waschhaus finanziert J. 2 Waschmaschinen und ein Trockner waschen die schmutzigen Decken und Handtücher und halten die Pflegerinnen Sara und Fabiana auf Trab. Gerade rechtzeitig für den kommenden Winter, wo Decken wieder gebraucht werden.

Am 21. und 22. 11. kommen die ersten Hunde aus Imola nach Deutschland.

D e z e m b e r

Am 11.12 und 16.12 muss ich als Zeugin vor Gericht erscheinen. Verleumdungen, öffentliche Beschimpfungen und Rufmord, die fast 3 Jahre zurück liegen, werden endlich abgehandelt, was nicht heißt, dass die Geschichte schon ad acta gelegt wird.

Erfreulich ist die ungebremste Großzügigkeit und Empathie unserer Adoptanten - damit so viele Hunde wie möglich auch ein Frohes Weihnachtsfest beschert wird, fahren diesmal gleich 2 Transporte!

Pro Canalba und Animalia Amo Int (Italien) schauen zurück auf das erste Jahr einer wunderbaren Zusammenarbeit!

In diesem Jahr wurden 15 Transporte gefahren – und viele Hunde haben ein zu Hause gefunden.

 

Jahresrückblick 2013

 Liebe Alle,

das Jahr geht zu Ende und ich möchte hier die Gelegenheit wahrnehmen, mich bei Ihnen/Euch allen zu bedanken. Ihr habt mich begleitet oder begleitet mich noch. Ihr seid mir zur Seite gestanden, habt mich unterstützt in den unmöglichsten Forderungen, die hier an mich herangetragen werden. Habt mir geduldig zugehört, wenn ich versucht habe die Mentalität der Italiener zu erklären, die nicht an unserer Hilfe interessiert sind und ihre Hunde lieber hinter Gittern wissen. Habt gute Mine zu diesem wirklich bösen Spiel gemacht und alles erforderliche (in den meisten Fällen) erbracht. Ich habt mich nicht hängen lassen.

Vor allem habt Ihr die Hunde nicht verlassen, habt die Ärmsten der Armen, die Unvermittelbaren, Unsichtbaren, Kranken, Behinderten, Alten liebevoll aufgenommen. Habt sie gepflegt und wieder auf die Beine gestellt. … UND IHR VERSORGT MICH MIT INFORMATIONEN SCHRIFTLICHER ART ODER AUCH FOTOGRAFISCH, DIE ICH HIER VORWEISEN KANN, DAMIT ES WEITER GEHT J.  Oft seid Ihr über Euren Schatten gesprungen und habt mir vertraut – und dafür danke ich nochmals allen.

Wir wünschen Euch und Euren Lieben ein gesegnetes Weihnachtsfest & einen guten Rutsch ins neue Jahr 2014!

Claudia Röckl

Ich möchte gerne ein paar Eckpunkte des endenden Jahres in Erinnerung bringen, deren Auswirkungen sich teilweise ins nächste Jahr ziehen werden:

Jänner 13: der Vorstand des ETN besucht mit seinem Anwalt das canile in Stroncone & Dog Village. Man überlegt eine Zusammenarbeit, die aber nie zustande kommt.

Februar 13: 17 alte, kranke und schwierige Hunde verlassen das canile Stroncone für immer – ein logistischer Kraftakt

März 13:

- Wir gewinnen die erste Runde vor dem Verwaltungsgericht (TAR) in Terni, wo ital. Tierschutzorganisationen unsere Arbeit (Auslandstierschutz) angezeigt haben und mit der Begründung von Todesgefahr für die ausreisenden Hunde (sie kämen in Labors als Versuchstiere) den sofortigen Stop aller Transporte UND die Rückführung der schon vermittelten Hunde in D, verlangt haben.

 - eine liebe Tierschutzkollegin kommt das erstemal nach Rom, um den Hund aus der Gemeinde Terni, für den sie seit fast einem Jahr kämpft zu besuchen, sich persönlich bei der Gemeinde und ASL vorzustellen. „Tevere“ wurde vor Monaten von lokalen Tierschutzorganisationen vor seiner deutschen Adoption „gerettet“ und in ein anderes canile verlegt, wo wir keinen Zugang haben. Simone musste unverrichteter Dinge wieder abreisen, wir durften Tevere nicht sehen.

April 13:

- die Beschlagnahmung des canile Stroncone wird nach über einem Jahr aufgehoben. Das bedeutet, dass Hunde wieder im canile aufgenommen werden dürfen. Leider haben wir es nicht ganz geschafft für  alle Altinsassen rechtzeitg Adoptionen zu finden. Nur mehr wenige, schwierige, scheue sind übrig – wir werden weiter für sie suchen.

- Die ersten Hunde von Ivas Barackenlager kommen nach D

Mai 13:  zum zweiten mal wird eine Reise nach Deutschland organisiert, mit einer Gruppe von 9 Italienern (zwei Angestellte der Gemeinde Stroncone, 2 Anwälte, 2 Vertreter des ital. Vereins ALFA, eine Vertreterin des WWF Terni, ein Mitglied des ital. Vereins „Guardiano dell´Ombra“ und eine Journalistin, die sich für Tierschutz einsetzt). Wir durften viele vermittelte Hunde im bayrischen Raum besuchen, besonderes Augenmerk wurde auf die Hunde der Gemeinde Stroncone gelegt. Herr Menestó schrieb auch einen sehr positiven Bericht, wie sich die Hunde befunden haben. Alle waren beeindruckt über die Schönheit und Ordnung in Bayern und die Herzlichkeit der Aufnahme. Die, die Deutschland noch nicht kannten, haben sich auch geschämt je böse über uns gedacht zu haben.

Juni 13: Raffaella, unsere Anwältin, fährt mit mir nach Apulien zu Luigina Paco, die einen Kampf gegen die mafiösen Zustände der Canilebetreiber führt. Der deutsche Nationalspieler Marcel Schmelzer hat die Schirmherrschaft über das italienisch- deutsch-schweizer Projekt übernommen und auch auf einer Pressekonferenz seine Bestürzung zum Ausdruck gebracht, wie die Hunde verwahrt werden, bzw, sie nicht aus den Canile dürfen, wenn sie denn mal eine Anfrage haben.

Juli 13:

- zweiter Besuch von Simone, um endlich ihren Hund „Tevere“ abzuholen – auch dieser Versuch scheiterte am Widerstand der italienischen Tierschützer, die ihm lieber ein Ende hinter Gittern bescheren, als ihn (nach fast 10 Jahren Canileaufenthalt) ausreisen zu lassen. Diesmal endet es mit einer Anzeige vonseiten Simone gegen diese behördliche Willkür. Ein Ergebnis ist erst in nächster Zeit zu erwarten.

- Gründung des Vereins in Deutschland www.animalia-amo.com  

August 13: endlich Urlaub, wenn auch bewaffnet mit PC und Handy

September 13: nichts Erwähnenswertes

Oktober 13: Treffen in der Gemeinde FIANO ROMANO, die keine Hunde ins Ausland reisen lassen will. Wir bitten für den alten Furio, der schon vor über einem Jahr die Chance hatte auszureisen. Jetzt leider an einem riesigen unbehandelten Hodentumor. Nachdem der Vizebürgermeister die Bilder gesehen hatte, wurde Furio am nächsten Tag operiert. Es geht doch! Aber es kostet alles Herzblut. Im selben Monat fährt Furio für immer nach D.

November 13: die Region Umbrien verlangt, dass der italienische Verein Animalia amo, der in der Region Lazio gegründet wurde und als gemeinnützig im Register dieser Region eingetragen ist, sich auch in der Region Umbrien registrieren lässt. Sonst können keine Hunde mehr von dort ausreisen. Wenn man bedenkt, dass im canile Stroncone hauptsächlich Hunde aus der Region Lazio sitzen, kann man das nur als Geiselhaft bezeichnen. Vor Weihnachten wollte die Verantwortliche sich nicht äussern, ob der Verein ins umbrische Register eingeschrieben wird oder nicht – im Neuen Jahr dürfen wir auf eine Antwort hoffen.

Dezember 13: für Ende des Jahres muss der italienische Verein Animalia Amo eine komplette aktuelle Dokumentation der über 200 Hunde, die seit 2010 aus dem canile Stroncone ausreisen durften, erstellen. Es werden Berichte der Familien gesammelt und ausgedruckt, sowie ein DVD mit sämtlichen Fotos vorbereitet, um auf einem Richtertisch als „Beweis“ zu landen.