Anatol

Anatol ist nicht mehr bei uns. Am Samstag mussten wir ihn gehen lassen. Trotz täglicher Infusionen über 10 Tage hinweg, habe sich seine Nierenwerte verschlechtert. Er wollte auch nicht wirklich fressen. Von den Würstchen konnte er gerade ein paar Happen verdrücken, aber das war es auch schon. Anatol war so ein braver Hund, jeden Tag ist er in Paola´s Ordination gestapft, hat sich auf seine Decke gelegt und hat seine Infusionen ohne Probleme über sich ergehen lassen.  

Jeden Tag drehte er seine Runden, legte sich gerne in die Sonne und wartet, bis er zur Therapie gerufen wurde. Für 10 Tage hatten wir die Illusion, dass wir ihm helfen könnten, dass er es schaffen könnte. Dann kam sein Mittelmeertest – er war hoch positiv auf Leishmaniose. Als er endlich eine Behandlung bekam, wir uns um ihn kümmerten … da war es schon zu spät. Sein magerer Körper konnte das alles nicht mehr umsetzen.

Klein, fast unscheinbar zusammengerollt, liegt er auf der Matratze.

Zurück bleibt sein leeres Körbchen und seine unvergesslicher Blick.

Anatol ist der erste Hund im sicheren Hafen, dem es nicht vergönnt war eine Familie zu finden. Zu kurz war die Zeit, die wir ihn bei uns hatten - nichts wussten wir über ihn.

Geschichte: Anatol ist ein wunderschöner reinrassiger Spinone, mit sanften grossen Augen. Auch wenn ich ihn nicht kenne, weiss ich um sein Vorleben – es ist fast immer gleich: bei einem Jäger geboren, wurde er von Jungend an für die Jagd „ausgebildet“. Die Jagdsaison dauert hier 4 Monate, in denen die Hunde funktionieren müssen. Dann werden sie in enge Zwinger gesperrt mit wenig Futter, Auslauf und Zuwendung … bis zur nächsten Eröffnung der Jagd am 1. Oktober. Hunde, die nicht „funktionieren“ werden mit einer Kugel entsorgt, oder ausgesetzt. Sicher bekommen sie kaum einen Tierarzt zu Gesicht, ausser es handelt sich um einen TOP – Hund, der eine Schussverletzung abbekommen hat oder von einem Wildschwein verletzt wurde. Jäger sind hier grausam und ihre Hunde sind fast noch ärmer, als die die Schafherden begleiten.

Anatol wurde vor wenigen Tagen vor dem Tor am Dog Village angebunden von Drana gefunden. Wir haben den armen komplett abgemagerten Rüden sofort aufgenommen. Es wurde dann ein Blutbild gemacht, wo sich die Niereninsuffizienz herausstellte. Seitdem bekommt er täglich Infusionen. Leider will er nicht fressen, was ein grosses Problem für uns ist. Er liegt unter der Rotlichtlampe, weil er sehr friert und trotzdem habe ich ihm noch ein Mäntelchen und eine zusätzliche Decke gegeben. Eigentlich müsste er in häusliche Pflege, aber das kostet immer Geld. Bitte helft uns, dass er nochmal auf die Beine kommt! Danke

Catelyn

Catelyn kam im Februar 2015 aus einer schlimmen Beschlagnahmung zu uns. Gemeinsam mit 30 Hunden haben wir sie damals aufgenommen, damit kein Hund in den Händen dieser Frau, die in kürzester Zeit über 70 Hunde angesammelt hatte, bleiben würde. Langsam hat sich die Zahl der Hunde, die im „sicheren Hafen“ aufgenommen wurden, verringert , denn auch italienische Vereine haben Hunde übernehmen können, bis uns 10 Hunde übrig geblieben waren. Als die Beschlagnahmung, ziemlich genau ein Jahr später, gerichtlich aufgelöst wurde und es klar war, dass diese Frau, keinen Hund mehr zurück bekommen würde,  konnten wir endlich anfangen, Familien für unsere Hunde zu suchen. Fast alle haben es geschafft, nur Catelyn ist noch übrig.

 

Diese Bilder zeigen sie im Nov 2016 – sie lebte im Aussenbereich. Catelyn ist eine wunderschöne und sehr anhängliche Hündin, die am liebsten immer nur gestreichelt würde und leider sehr unter den Haltungsbedingungen gelitten hat.

Über den Winter haben speziell diese 5 Schäferhunde sehr abgebaut, sodass wir entschieden haben, sie in den Innenbereich zu bringen. Dort wurden sie zweimal pro Tag gefüttert und kamen bei schönem Wetter den ganzen Tag in einen Aussenzwinger – am Abend wurden sie wieder in den Innenbereich gebracht und das tat allen sehr gut. Sie wurden ruhiger, waren nicht mehr so gestresst und nahmen wieder zu. Auch eine tierärztliche Untersuchung zeigte keine Besonderheiten.  Hier sehen wir Catelyn im Februar 2017

Nach dem letzten Sommer begann Catelyn zu humpeln, manchmal so stark, dass sie nur auf drei Beinen ging. und so haben wir sie röntgen lassen. Das Ergebnis war beunruhigend – der Femurkopf und die Pfanne sahen nicht gut aus und die beiden Tierärztinnen, Paola und Michela, vermuteten Knochentumor.

Diese Nachricht war so niederschmetternd, dass wir weitere Meinungen einholten … da keimte dann ein Hoffnungsschimmer auf. Man sprach von Coxarthrose und wir konnten eine Femurkopfresektion andenken.

So hofften wir dann, dass Catelyn noch vor Weihnachten nach D ausreisen konnte, um so bald wie möglich operiert werden zu können. Wir konnten sehen, dass sie Schmerzen hatte und Rimadyl (von Paola verschrieben) hat ihr nicht viel Erleichterung verschafft. Drana beschrieb es als „auf und ab“, mal besser, mal schlechter. Seit Monaten entlastet sie ihr linkes Hinterbein und man sieht, wie der Muskel schwindet.

Hier die beiden Vergleichsröntgen auf denen man die rapide Verschlechterung des Femurkopfes mit Befall der Pfanne sehen kann. (Die RÖ wurden unter Narkose gemacht) – die grösste Gefahr ist, dass der Knochen bricht – der Krebs hat in nur 3 Monaten den Femurkopf stark angegriffen.

25.9.17                                                          15.12.17

                                                                                            

Catelyn ist leider sehr unverträglich mit Artgenossen und so lebt sie alleine. Ihre Box ist mit einem grossen Körbchen, in dem ein riesiges weiches Kissen liegt, ausgestattet und Madame liebt es sich dort hinein zu kuscheln.  Jeden Tag darf sie mehrmals frei umher laufen, sie kommt nicht mehr in einen Auslauf, sondern leistet uns Gesellschaft. Gerne liegt sie auch in der Sonne und döst vor sich hin und geniesst jegliche Zuwendung.

Sie ist nach wie vor sehr aufmerksam, reagiert sehr interessiert auf Spielzeug, das quietscht. Auch ein gewisser Jagdtrieb ist vorhanden … wenn sie so könnte, wie sie wollte …

Wir sind alle sehr traurig, denn Catelyn begleitet uns seit fast 3 Jahren. Wir hätten ihr so sehr gegönnt noch einmal ein zu Hause zu haben und die Aufmerksamkeit, die sie so sehr braucht. Sie ist im März 2009 geboren, also erst 9 Jahre alt. Wir haben beschlossen, dass wir Catelyn keine Reise mehr antun, da wir ihr nicht mehr weiter helfen können. Ihr Bein ist inoperabel und sie bekommt Schmerz- und Entzündungsmittel, die sehr teuer sind und wenn ihr jemand etwas Gutes aus der Ferne tun will, dann würden wir uns über eine kleine Spende freuen, um ihr Leben hier bei uns im „sicheren Hafen“ so angenehm wie möglich zu machen.

Herzlichen Dank, im Namen von Catelyn!

 

Romeo

So wie Romeo geht es vielen dieser Arbeitshunde, die von den italienischen Schäfern ausgebeutet werden. Sie müssen arbeiten ohne jeglichen Gegendienst. Kaum Futter, keine tierärztliche Betreuung, als Baby schon misshandelt mit abgeschnittenen Ohren, keine Zuneigung.

 

Romeo ist kein Einzelfall. Wir haben ihn in aller Herr Gotts Früh in der Nähe vom Dog VIllage am Straßenrand liegend gefunden, ein verdrecktes, stinkendes gerade noch atmendes Fellbündel. der Anblick war herzzerreißend. Aber als rechter Maremmanenrüde liess er sich weder anfassen noch wäre er je freiwillig ins Auto gestiegen.

 

Zum Glück fuhr auch Drana gerade vorbei und wir haben beschlossen, dass einer ins Canile fährt und eine Transportbox holt, während der andere beim Hund bleibt und ihn im Auge behält. In Windeseile wurden Transportbox, Futterdose und Gummihandschuhe besorgt. Wir hatten keine Ahnung, was Romeo uns zeigen würde, wie er so drauf war…. Zu unserem Erstaunen und Erleichterung ging er fast freiwillig in die Box, eher um uns loszuwerden, als dass er wirklich überzeugt gewesen wäre Hilfe von uns zu bekommen.

 

Bis zum sicheren Hafen waren es nur ein paar Minuten, aber der Gestank, den der arme Romeo ausdünstete war kaum auszuhalten. Fliegen umschwirrten den nach Kadaver riechenden Hund. Unter dem versifften, verfilzten, verschlammten Fell, das wie ein Panzer den mageren Körper umhüllt konnte man nur schwer erahnen, welche Verletzungen sich verbergen würden.

 

Romeo auf der Strasse Sept17 (2).JPGRomeo auf der Strasse Sept17 (3).JPGRomeo auf der Strasse Sept17 (5).JPGRomeo auf der Strasse Sept17 (4).JPG

 

 

Wir mussten noch ein bisschen warten, bis Paola unsere Tierärztin die Ordination öffnete. Romeo musste sediert werden, dann wurde er am Kopf geschoren. Er war übersäht mit Bisswunden, in denen die Maden sich tummelten. Eiter floss aus allen Löchern. Er bekam eine Erstversorgung. Wir wollten ihn eigentlich komplett scheren, aber leider konnten sich 2 Schermaschinen nicht durch das verdreckte Fell arbeiten und so haben wir dann zu Dritt mit Scheren weitergearbeitet. Das Fell ist nicht nur verfilzt sondern leider auch komplett mit Schlamm überzogen. Alle Klingen waren sofort stumpf. Da wir Romeo nicht einen halben Tag im Narkose halten konnten, um ihn vom Dreck zu befreien, konnten wir ihn leider nur von einem  kleinen Teil seines stinkenden Fells befreien.

 

Romeo in Behandlung Sept17 (1).JPGRomeo in Behandlung Sept17 (2).JPGRomeo in Behandlung Sept17 (3).JPG

 

Es wurde ein MMT gemacht, es wurden alle sichtbaren Maden aus den Wunden entfernt. Zum Glück scheinen die Wunden nur oberflächlich zu sein,  sodass Romeo gute Chancen hat, das alles zu überstehen. Weiters  bekam er noch ein Wurmmittel und etwas gegen die Flöhe. Leider wurde auch festgestellt, dass er eine Zehe verloren hat und der Knochen frei herausguckt.

 

Auch ein Schmerzmittel wurde verabreicht.  Trotzdem er so mager ist, wiegt der grosse Hund so viel, dass wir ihn mit der Schubkarre in seine vorbereitet Box bringen mussten. Dort schläft er seine Narkose aus … dann werden wir weiter sehen.

 

 

Romeo fehlende Zehe Sept17 (2).JPGRomeo fehlende Zehe Sept17 (3).JPGRomeo in Behandlung Sept17 (4).JPGRomeo in Behandlung Sept17 (5).JPG

 

 

Am nächsten Tag fanden wir ihn immer noch im Körbchen liegend vor. Er hatte sich kaum bewegt, nur viel getrunken. Auch unseren gut gefüllten Napf hat er gerne angenommen! Leider haben wir in der grossen offenen Wunde am Hinterkopf noch lebende Maden gefunden, die sich rhythmisch bewegten und ihn sehr störten… geduldig lässt er auch das über sich ergehen. Da es Samstagnachmittag ist, sind unsere Tierärztinnen leider nicht mehr da , also hat Alba ihm ein Mittel auf die Wunden gesprüht, das auch die Maden von aussen tötet… heute geht es ihm besser – alle Krabbeltiere sind tot J  

 

Romeo Maden Sept17 (3).JPGRomeo Maden Sept17 (1).JPGRomeo Maden Sept17 (2).JPGRomeo Maden Sept17 (5).JPG

 

 

Romeo ist noch nicht einzuschätzen … mal sehen, was die nächsten Wochen bringen werden. Noch schläft er viel und blickt nur manchmal hoch und sieht uns mit traurigem Blick an.

 

Heute hat Drana auch berichtet, dass er in seiner Box herumgegangen wäre. Er kommt langsam zu Kräften und wir werden weiter berichten.

Romeo post Behandlung Sept17 (1).JPGRomeo post Behandlung Sept17 (2).JPG

 Update nach 1 woche

Hier ein paar News zu unserem alten Romeo … naja, viel gibt es nicht, weil er hauptsächlich in seinem Bettchen liegt … aber seht selbst!

 

Er ist neugierig und seine grosse Nase stupst an die Kamera, aber dann scheint er wieder teilnahmslos ins Leere zu gucken …

 

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Seine riesigen Wunden am Kopf sind gut verheilt,  nur eine nässt noch ein bisschen …

 

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… auch das Gewebe um die fehlende Zehe ist noch entzündet – also hat Paola beschlossen, dass er noch weiter Antibiotikum bekommt.

 

 

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Noch sieht Romeo erbärmlich aus mit seinem kahlen Kopf und den Krusten, die wir ihm leider (noch) nicht wegputzen können – das lässt er nicht zu. Er lässt sich auch nicht an die Leine nehmen und in die Sonne hinausführen, was uns besonders leid tut, da wir noch sehr annehmbares Wetter haben.

 

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So muss er also noch Zeit im Innenbereich verbringen, was er stoisch hinnimmt.

 

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Wir versuchen ihm diesen Aufenethalt (bis er mal in einen Aussenzwinger kommt) so schön wie möglich zu machen …Drana hat ein grossen Kissen in sein Körbchen gepackt und  nun thront der Prinz und verschmäht auch noch einen wunderbar duftenden Kauknochen L aber über einen vollen Napf mit einer leckeren Dose freut er sich. Er hat auch schon ein bisschen zugenommen!

 

 

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An dieser Stelle, DANK an alle, die dem Buben helfen, ein schöneres Leben kennen zu lernen, als an der Seite einer Schafherde ausgebeutet zu werden.

 

Update Okt.2017

Hier die letzte News von unserem Romeo, der sich immer besser macht. Er entpuppt sich zu einem sanften Schmusebären, der seine  Streicheleinheiten einfordert, Köpfchen gibt und schwanzwedelnd ankommt… aber seht selbst.

Nach einigen Überlegungen haben wir uns entschieden, Romeo „auszuwildern“. Wir denken, dass er glücklicher ist, wenn er draussen lebt, so wie er schon sein ganzes Leben verbracht hat und auch in Gesellschaft anderer Hunde. Also haben wir ihn mit einer kleinen List – Würstchen machen alles möglich J - an die Leine bekommen und dann ist er brav dem vollen leckeren Napf nachgestapft.  Das kann man auf dem Video sehen. Hier ist er gerade angekommen

Und hier macht er gerade Bekanntschaft mit Brienne und Bredo. Romeo ist sehr gelassen und immer freundlich. Vielleicht finden wir mal eine nette Hündin, die zu Romeo passt

Auch zu Drana kommt er gerne und lässt sich streicheln

Er ist so ein guter Bub!! Auch wenn er ein bisschen furchterregend wirkt mit seinem zerfurchten Gesicht

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Selbstverständlich haben wir ihm sein Körbchen in sein neues zu Hause gestellt und den weichen Polster hat er sehr gerne angenommen.

Bis zum nächsten Abenteuer im neuen Leben eines Herdenschutzhundes J

Update: Nov 2017

… eine unglaubliche Geschickte J

Als wir ihn vor ca 6 Wochen am Strassenrand, halb verhungert und verletzt gefunden haben, hätte sich niemand von uns vorstellen können, dass er sich zu einem fantastischen Hund entwickeln würde!

So schliessen wir hier das letzte Kapitel unseres Märchens … selbstverständlich mit einem Happy End J

Im Oktober wurde Romeo kastriert und bei dieser Gelegenheit konnten wir ihn auch scheren und seinen Körper vom letzten Fellfilz befreien,

 

So konnte man sehen, wie mager er noch immer war, obwohl zwei Mahlzeiten jeden Tag auf ihn warteten.

Die Nächte waren auch schon recht kühl und so haben wir in unserem Fundus ein schönes, passenden und vor allem warmes Mäntelchen gefunden … so sieht er wie ein kleines Schlachtpferd aus.

 

Der Würstchenaufruf hat gewirkt … und Romeo bekam schon mal einen Vorgeschmack auf sein zukünftiges würstchengesichertes Hundeleben J  -an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an alle Romeopaten und Leckerlispender!!

DANN … kam der grosse Tag. Eine nette Familie hatte sich in Romeo verguckt und seien wunderbare Verwandlung aus der Ferne verfolgt – er durfte sein Köfferchen packen und auf Reise gehen J

Dafür braucht es auch ein Bad, um den letzten Schmutz abzuwaschen – geduldig lässt er alles über sich ergehen!

Der Abfahrtstag war sonnig und warm und schnell ist der Flaum getrocknet und ein müder, zufriedener Romeo liegt in seiner Komfort-Box und träumt …

Wenn Träume wahr werden  … dann regnet es endlich wieder mal (dafür muss man viele Kilometer zurücklegen!)

… dann muss man für viele Fototermine still halten J

Und hier endet dieses Kapitel! Alle weiteren werden von der neuen Familie geschrieben!

Danke an alle, die das alles möglich gemacht haben!

 

 

 

Igors Metamorphose Juli 2017

Hier die Geschichte von Igor, einem der letzten 9 Hunde aus dem ehemaligen Dog Village, den der sichere Hafen vor einem Jahr übernommen hat, obwohl wir nichts über ihn wussten. Seit Ewigkeiten, scheint es, dass er den kleinen Zwinger im Eck bewohnt und niemals dem Gefängnis entfliehen durfte … eben weil er kein so einfacher Hund ist.

 

Geboren 2008, kam er 2011 ins Canile. Niemand kann sich erinnern, wie der grosse unhübsche Hund ankam, es scheint, als wäre er schon immer da gewesen.  Ich habe ihn auch viele Jahre nicht beachtet, weil sich fast niemand zu ihm in den Zwinger wagt. Hier meine ersten Bilder, als ich noch nicht wusste, wer er war … man beachte seinen sehr erstaunten (aber nicht unfreundlichen) Blick, als ich ihn im Winter 2014 besuchte. J

 

 

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Abgemagert, ungepflegt in einem überfluteten Zwinger fristet er seit Jahren sein Leben. Die Eintönigkeit raubt ihm jegliche Lebensfreude, jede Hoffnung. Sommer und Winter, ohne Ansprache oder Abwechslung.

 

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Es war das letzte Mal, dass ich den Zwinger betreten habe, auch, weil ich von den damaligen Betreuerinnen Sara & Fabiana eindringlich vor seiner Unberechenbarkeit gewarnt wurde.

 

Weitere Jahre vergingen, bis wir endlich den sicheren Hafen gründete und den Hunden einen nie zuvor bekannten Komfort bieten konnten, unter anderem VIELE Leckerchen.  Das sind die Highlights für alle Hunde, aber speziell für Igor. Fressen ist für ihn sehr wichtig und da könnte er auch sehr böse werden, wenn er da gestört wird. Aber auf diesem Wege konnten wir ihn freundlich und aufmerksam stimmen und er hat auch gut zugenommen J. Auch die elende Flohplage hatte für ihn endlich ein Ende Dank BRAVECTO, das wir ihm geben konnten, denn an irgendwelche Spot-ons brauchte man gar nicht denken. Leider hat die nicht geeignete Ecklage seines Zwingers eine bessere und weitere Kontaktaufnahme fast unmöglich gemacht.

 

Immer wieder besprachen wir, wie wir Igor aus seinem engen Gemach befreien konnten … es musste ja auch der richtige grosse Auslauf frei werden. Im Juli ergab sich dann die Gelegenheit, denn unser lieber Nemo, der auch nicht so einfach war, hatte eine Adoption gefunden. Nachdem Nemo abgefahren war, wurde sein Zwinger gereinigt, das Gras geschnitten und alles für Igors Übersiedelung fertig gemacht. Im Juli war es sehr heiss, was uns etwas besorgte, ob der alte Hund die Narkose gut überstehen würde.  Wir begannen mit Tropfen, die ihn ein bisschen beruhigten – er flüchtete in die weiteste Ecke seines kleinen Auslaufs und wenn wir uns näherten, knurrte er böse … hm.

 

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Ich musste ihn mit dem Fangstab fixieren, denn trotz der Beruhigungsmittelt war der Bub immer noch zu wach, um nicht beissen zu können. Es sieht nicht nett aus, ist aber eine sanfte und ziemlich stressfreie Möglichkeit, einen Hund zu sichern.

 

Igor Juli17 (3).JPGIgor Juli17 (4).JPGIgor Juli17 (5).JPGNach einiger Zeit schafften wir es, ihn vor der Türe zu positionieren, dass Paola, unsere Tierärztin, ihm das Narkosemittel in die Vene spritzen konnte. Dann wurde der Koloss auf eine Schubkarre gelegt, mit Maulkorb versehen, denn noch immer schlief er nicht fest genug …

 

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In der Ordination haben wir uns dann alle um ihn gekümmert. Blut wurde abgenommen,

 

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Zähne (waren in erstaunlich gutem Zustand) und Ohren kontrolliert, die Krallen geschnitten