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Liebe Hundeeltern,

Die erste Bescherung, die das Dog Village und seine Hunde erleben durften. Weit gereist kamen die Weihnachtsfrauen mit vielen kleinen und grossen Geschenken für die Hunde, die sich mit grossem Eifer ans Auspacken machten. Auch das Team vom Dog Village wurde bedacht und hat sich sehr über alle Aufmerksamkeiten gefreut.  So eine Weihnachten gab es hier noch nie und wird so schnell nicht vergessen werden!

Wie jedes Jahr  möchte mich bei Ihnen/Euch allen bedanken. Es war, wie seit einigen Jahren, sehr intensiv sowohl in der Hundevermittlung, als auch in unseren Verbesserungsarbeiten, als auch im juridischen Kampf. Nach wie vor ist Italien ein schwieriges Pflaster, resistent gegen Verbesserungen und beständig in Missständen.  Ich durfte wieder wunderbare Menschen kennenlernen, die keine Mühe und Kilometer scheuten, um ihrem Hund jede weitere Minute an Leid zu ersparen.

Viele Rückmeldungen geben mir die nötige Kraft weiter zumachen und das ist ein sehr wichtiger Teil dieser Arbeit,  denn  ich bin FÜR  JEDEN HUND bis an sein Lebensende verantwortlich  und MUSS JÄHRLICH  an die zuständigen Gemeinden einen Bericht schreiben und aktuelle Fotos schicken! Ich bitte Sie, wie jedes Jahr,  mich über etwaige Adress- oder Telefonänderungen zu informieren, damit der Kontakt auch weiterhin gewährt bleibt.

Im kurzen Rückblick 2015 können Sie  nachlesen, wie mein Tierschutzjahr verlaufen ist.

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Ich wünsche Ihnen und Ihren Lieben ein gesegnetes Weihnachtsfest & einen guten Rutsch ins neue Jahr 2016!

Claudia Röckl

J ä n n e r

Wir gehen ins zweite Jahr mit unserer Aktion „Schotter für Kies“. Einer der kältesten und verregnetesten Monate im Jahr, war diesmal sehr milde und hat es gut mit den Hunden gemeint. Natürlich hat es geregnet und die Hunde sind im Schlamm gestanden und so hat das Jahr für uns hier mit schaufeln und karren angefangen. Sehr fleissig haben wir, auch mit aktiver deutscher Hilfe, einen Zwinger nach dem anderen ausgestattet und so sind nur mehr wenige über, die in schlechten Zustand sind. Die Hunde geniessen es auf dem sauberen Kies zu liegen.

Siehe auchhttp://www.animalia-amo.com/index.php/spendenaktionkies.html

Der liebe Gianni, der seit Jahren hinter Gittern sitzt, wird endlich adoptiert – von meiner Anwältin Raffaella J


F e b r u a r

Anfang des Monats bringt pro-canalba die letzten Hunde aus Imola ins Dog Vilage. Diese Kapitel ist abgeschlossen – wir sammeln Beweismaterial, dass nie wieder mit Hunden so umgegangen wird.  Leider konnten wir im Endeffekt nichts gegen den Betreiber unternehmen, da das zuständige Vetamt von Ravenna diese Unterbringen für artgerecht erklärte und gegen kein Gesetz  verstossen wurde…

Isis, Sahara und Sidney, 3 Schwestern, die mit nicht einmal 2 Monaten ins canile Stroncone kamen, durften endlich „auschecken“. Sie haben nach einem Leben im canile eine Adoption in D gefunden und werden in einer Pension für die Ausreise vorbereitet.



M ä r z

Was der April wettermässig in D ist, ist der März hier in Italien – sehr unbeständig! Umso mehr konnten wir aufatmen, dass wir vom Schlimmsten verschont wurden.  Der Verein „perspektierisch“ kam mir 12 MItgliedern für eine Woche nach Italien, um im Dog Village zu helfen. Auf dem Programm stand, die hintersten Zwinger mit einem ca 2 Meter breiten  Zementstreifen zu versehen, dass die Hunde endlich auch hier im Trockenen stehen konnten. Vier Vereine haben Spenden gesammelt, dass die Kosten gedeckt werden konnten. Die Arbeiten gingen gut voran.

Kaum waren meine tüchtigen Helfer abgefahren, musste ich mich in Terni bei der Forstpolizei melden,

m verhört zu werden. Mit zwei Anwälten habe ich 5 Stunden Rede und Antwort gestanden – die Anzeige lautete: Tierquälerei, Geldmacherei, Hunde in Versuchslabors, Hunde in Bordelle, Drogenhandel mit Hunden, …

Iva will ihr Casale (altes italienisches Landhaus) mit dem Grundstück verkaufen und ist mit Interessenten im Gespräch. Wenn das spruchreif wird, müssen alle Hunde weg. Wie bemühen uns, die Situation unter Kontrolle zu halten und die Zahl der Hunde sinkt immer weiter.

Vor einem Jahr genau war ich beim Bürgermeister der Gemeinde Montelibretti, um ihn zu bitten seine Hunde aus dem canile „Casa Luca“ zurückzuholen, die keine Aussicht auf Adoption haben – leider hat er nichts unternommen. Sie sind immer noch dort.


A p r i l

Da wir leider im März unsere Arbeiten im Dog V nicht beenden konnten, da eine Woche einfach auch für 12 Leute zu knapp ist, konnte die 34 Tonnenschwere Betonmischmaschine endlich wieder anfahren. Jetzt sind die Zwinger fertig und müssen nur noch dick mit Sand aufgefüllt werden. Den gesamten Monat haben wir mit mehr oder weniger Hilfe die Situation für die Hunde verbessern können und sehr viel gearbeitet.

Die Gemeinde Rieti macht regelmässig Schwierigkeiten bei der Autorisierung der Adoptionsanträge. Der Verantwortliche, hat einerseits keine Ahnung vom Prozedere und keinerlei Verständnis für Hunde, lieber überlegen sie alle ihre Hunde in ein canile in eine andere Region zu verlegen, die ein paar Cent weniger verlangt, aber die Hunde lebenslang hinter Gittern verbringen müssen.

Wir konzentrieren uns weiter auf die Hunde von Iva, die ein zu Hause suchen – es werden zum Glück immer weniger.

Die Verleumdungen von Seiten italienischer „Tierschützer“ gehen weiter und werden öffentlich ins Internet gestellt.

Unsere geliebte Maremmana Neve hat den Kampf um einen Knochentumor verloren – sie hat uns 10 Jahre begleitet.


M a i

Nach einer kurzen Woche in Wien, hat mich der Tierschutzalltag wieder. Die Arbeiten im Dog Village haben kein Ende und mit Hilfe von 2 Tierschützerinnen von perspektierisch wird geputzt, was das Zeug hält, und den fliegenden Pollen der Kampf angesagt. Auch wurden sämtliche kaputte Schläuche ausgewechselt und viele kleine Dinge erledigt.

Mit Hilfe meiner Freundin Silvia holen wir gemeinsam einen armen Pointer aus dem canile „Casa Luca“. Der Hund wurde lieblos von seinem Besitzer abgegeben, weil er unter Epilepsie leidet. Wir bringen ihn im Dog Village unter, wo er auf eine Adoption wartet.

Ende Mai hat Giulia Bartolomeo mit ihrem Verein „ecospet“ eine Tierschutzkonferenz ausgerichtet. Es referieren der deutsche Partnerverein „Tierisch Grenzenlos“, Fr. Dr. Matassa vom Gesundheitsministerium und Sara Turetta, eine Italienerin, die rumänischen Strassenhunden hilft. Es ist das erste Zusammentreffen dieser Art, wo ein dt. Verein sich und seine Arbeit  vorstellt. Später trifft auch die Vorsitzende der ENPA, Fr. Carla Rocchi ein und entschuldigt sich öffentlich, dass Fraktionen Ihres Vereins immer wieder öffentlich gegen unsere Arbeit vorgehen.

J u n i

Durch eine Umstellung der von der ASL selbstgedruckten EU Pässe auf fertige, bunte, schön geheftete Pässe, kommt es zu einem Engpass, der bis September halten wird. Jeder Transport ist in Gefahr, ob ausreichend Dokumente vorhanden sind. Teilweise müssen die Pässe von andere ASL ausgeborgt werden.

Wieder darf ein Hund aus Stroncone auschecken. Elgar ein wunderbarer Maremmane hat sein Glück gemacht und darf im August ausreisen. Meine „to-do“ Liste der alten Hunde, denen ich versprochen hatte, dass ich sie nicht vergessen würde, schrumpft – nur noch 2 sind übrig: Fabian & Florestan.

                 


J u l i

Voriges Jahr im Juli kam Glory aus dem Dog Village zu Linda, einer tollen Physiotherapeutin, die aber leider den Kampf um sie verloren hat. Ein Jahr später schicken wir wieder ein Hundekind zu ihr, ein zierliches Geschöpf, das einen Beckenbruch erlitten hatte – die Prognose war gut und nach einer intensiven und kostspieligen Therapie, konnte Violetta in D ein zu Hause finden.

Über Rosanne, einer lieben Freundin vom Verein ALFA, habe ich Kontakt zu einem Verein in Palermo, wo sich 2 Rottis befinden, die ein zu Hause suchen. Leider sind diese Hunde in Sizilien in besonderer Gefahr, da immer wieder Tiere aus canili verschwinden, um Kampfhunden zum Training vorgeworfen werden. Diese beiden Hunde holte ich vom Flughafen ab. Es sind traumhafte Tiere, die sich schon bald über eine eigene Familie freuen dürfen!

Wir beobachten, dass die Zahl der Hunde, die von Privaten weg müssen, steigt, speziell die Welpen – es werden immer mehr, trotz Kastrationskampagnen… Im Moment müssen wir uns mehr um diese Tiere kümmern, als um die Hunde aus dem canile, wo eher weniger über das Vetamt ankommen.


A u g u s t

Dieses Jahr keine Ferien für mich. Aus den verschiedensten Gründen kann ich leider nicht wegfahren und verbringe den heissen August in Rom. Die Arbeit reisst nicht ab. Die Sommermonate sind besonders intensiv im Dog Village, da viele Hunde in Pension abgegeben werden. Also helfe ich hier und mache bei meiner Aktion „Schotter für Kies“ bzw anderen Arbeiten weiter. Auch ist wieder eine COMFORTIS Runde angesagt, da die Flöhe durch die Hitze aus allen Ritzen kommen und unsere Hunde quälen.

Costanza, eine befreundete Tierschützerin, die Kontakte zu einer Züchterin von Pointern, Irish Settern & Spinone hat, bringt mir 4 elende Hunde, die in fürchterlichem Zustand sind, zur Vermittlung. Perla, eine wunderschöne Irish Setterhündin, stirbt, trotz intensivster Behandlung. Es ist absolut skandalös und wir sind alle sehr traurig. Ich hätte diese Frau gerne angezeigt, denn sie verdient mit kranken Welpen, die sie verkauft, ihr Geld. Aber niemand unterbindet das, am wenigsten das zuständige Vetamt, die diese Dame decken. Leider kann ich mir diesen weiteren Kampf nicht mehr leisten und so geht die Runde an sie  und  noch viele Hunde werden dort geboren werden, mit ausgelaugten Mutterhündinnen, auf die keine Rücksicht genommen wird. Alle Hunde, die wir bisher von dort bekommen haben, waren in besorgniserregendem Zustand, mager, verwurmt, verhaltensgestört – ich habe trotz sämtlicher Beweise keine Chance, diese Züchterin für immer zu schliessen.


S e p t e m b e r

Ein schrecklicher trauriger Monat – 2 Hunde mussten ihr Leben lassen, weil die Zäune im Dog Village zu schwach waren. Andere Hunde aus dem Nachbarzwinger haben sich durchgebissen und sind über die beiden jungen, freundlichen Hunde hergefallen und haben sie totgebissen. Mein Entsetzen und meine Traurigkeit sind endlos. So viel Mühe und trotzdem ist es immer zu wenig, was man macht.

Auch dieser schweisstreibende Monat geht vorbei und wir bereiten die Hunde für den Transport Mitte September vor – diesmal haben wir endgültig ein Problem: es gibt keine Pässe mehr! Nur durch Intervention über die Region kommt man endlich auf Touren und druckt … Pässe, die falsch bedruckt sind L also, alles wieder retour und weiterzittern. Wie es eben so ist, löst sich kurz vor Abfahrt, alles in Wohlgefallen auf – aber es kostet Nerven!

Wieder kommt ein Hund aus Palermo – ein wunderschöner Spinone, der leider immer noch kein zu Hause hat.

O k t o b e r

Dieser Monat ist von vier Gerichtsterminen gezeichnet. Es sind verschiedene Prozesse, in die ich hineingezwungen wurde und wo ich Leute anzeigen musste, die meinen Namen und meine Tierschutzarbeit verleumdeten. Ich musste vor Richtern aussagen, Dinge, die tw. Jahre zurückliegen – denn hier in Italien dauert so was endlos! Aber meine Prozesse gehen alle in die nächste Runde …wann auch immer diese sein wird J

Eine einzige und sehr wichtige Anhörung wurde gegen mich vorgebracht, von (immer den gleichen) Silvia Festuccia, Sonia Desideri & Alma Galli, die verzweifelt versuchen meine Arbeit zu boykottieren und mir die schlimmsten Dinge andichten, unter anderem, dass ich Drogen in den Hunden schmuggle. Raffaella hat ihr Bestes gegeben und die Richterin überzeugt, das unsere Arbeit einwandfrei ist. Im November kam der Bescheid und wurde als Pressemitteilung durch ganz Italien geschickt! Eine Übersetzung dessen wird demnächst auf der HP erscheinen.

Dazwischen habe ich auch noch meine Tierschutzfreundin Luigia und ihr Projekt „Oasi nuova vita“ in Apulien besucht. Eine schreckliche Region, die mit ihren Tieren sehr schlimm umgeht. Der Verein „Perspektierisch“ hat sich dieser Sache angenommen, nachdem der Verein „Tierschutzprojekt Italien“ Luigia aufgegeben hat und sich anderen Objekten zuwandte. Es war ein intensives Wochenende, wo man Luigias Projekt und die Hintergründe besser kennenlernen konnte.



N o v e m b e r

Eine alte, sanfte, kleinere Maremmanin, die mir schon länger in meinem Dorf aufgefallen war, wie sie immer die selben Wege gelaufen kam, konnte ich endlich von der Strasse holen und ins Dog Village bringen. Sie war so schwach und Parasiten übersät, dass es ein Wunder war, dass sie noch nicht komplett ausgeblutet war. Sie wurde dreimal mit Flohshampoo eingeseift und bekam endlich gutes Futter, ein warmes weiches Plätzchen … aber es sollte nicht sein – nach nur 3 Wochen Pflege, starb sie elend an einer Magendrehung im Dog Village.

Florestan aus Stroncone hat endlich eine Anfrage und ich hole ihn gemeinsam mit seinem alten Kumpel Fabian aus dem canile. Auch wenn Fabian noch keine Familie hat, wollten wir ihn nicht zurücklassen – er kann jetzt besser eingeschätzt werden und wir sind zuversichtlich, dass er es bald schaffen wird, ein eigenes zu Hause zu bekommen.  Ich konnte mein Versprechen allen alten Stroncone Insassen gegenüber einhalten!

D e z e m b e r

Anfang des Monats muss ich nach Viterbo, wo eine ältere Dame mit über 40 Hunden unter unbeschreiblichen Zuständen lebt. Assunta hat ca 2 Monate im Frühjahr dort ausgeholfen und versucht der Frau zu erklären, dass die Hunde behandelt und vermittelt gehören. Sie wollte davon nichts wissen. Assunta hat mit Film und Bildern die Hunde und ihre Zwinger dokumentiert, woraufhin Raffaella tätig wurde und die Frau und gleich das Vetamt mit angezeigt hat. Kurz darauf wurde die Situation von einer Spezialeinheit der Carabinieri kontrolliert und beschlagnahmt. Die Hunde wurden behandelt und die rattenverseuchte Müllhalde wurde aufgeräumt. Endlich kam der richterliche Bescheid, dass ich dorthin kommen sollte und eine fotografischen Bestandsaufnahmen machen sollte. Es erwartete mich eine Gruppe empörter örtlicher Tierschutzgruppen, die sowohl die Situation als auch die Frau kannten, sich aber in all der Zeit niemals blicken liessen – erst als die Beschlagnahmung kam, wurden alle aktiv, um der „armen Frau“ die Hunde zu lassen. Trotz massivster Proteste, 4 Forstpolizisten und 2 Amtsveterinären konnte ich meine Aufgabe erfüllen und habe einen halben Tag dort verbracht die Hunde zu fotografieren – im nächsten Jahr werden wir sehen, ob wir sie auch vermitteln dürfen, oder ob sie dort ihr Leben verbringen müssen. Es ist wirklich ein Kasperltheater in Italien! Was gut ist, wird bekämpft und was schlecht ist, hat Ewigkeitswert L

Der Supergau: Eva, eine der ersten Hündinnen im Dog Village, hat endlich eine Möglichkeit nach D zu kommen und wird ein paar Tage vor dem Transport von anderen Hunden getötet, wieder wegen der kaputten, geflickten Zäune, die der Langeweile und den Zähnen der Hunde nicht gewachsen sind.

Wieder muss ich mit Raffaella nach Perugia, denn diesmal ist sie dahinter gekommen, dass ein umbrischer Politiker sich vor den Wagen der ternanischen Tierschützer spannen liess und öffentlich verlangt hat, dass mein kleiner italienischer Verein aus dem umbrischen Register gestrichen wird, wo ich mich eintragen musste, um den dortigen Hunden zu helfen – der Dummheit ist wirklich keine Grenze gesetzt, also gibt es ein Anzeige wegen Verleumdung …L

Das Jahr ist fast vorbei und ich bedanke mich an dieser Stelle bei meinen italienischen Helferinnen Assunta und Annamaria, die als Pflegestellen einen wichtigen Beitrag leisten und die Hunde bestmöglich für die Transporte nach D vorbereiten.

Auch ist die Zusammenarbeit mit meinem deutschen Partnerverein animalia amo Int, mit pro-canalba, Hundepfoten in Not und perspektierisch und auch privaten Helfern sehr erfolgreich und ohne sie könnte ich hier nichts zustande bringen – ein herzliches Dankeschön, dass Ihr immer für mich und die Hunde da seid!!

In diesem Jahr wurden 17 Transporte gefahren – und viele Hunde haben ein liebevolles zu Hause gefunden

DANKE IM NAMEN ALLER VIERBEINER!

 
 
 hundclaudia

Liebe Freunde, Übernehmer, Adoptanten, Helfer und Unterstützer,

das Jahr geht zu Ende und ich möchte die Gelegenheit wahrnehmen, mich bei Ihnen/Euch allen zu bedanken. Ihr habt mich begleitet oder begleitet mich noch. Ihr seid mir zur Seite gestanden, habt mich unterstützt in den unmöglichsten Forderungen, die hier an mich herangetragen werden. Habt mir geduldig zugehört, wenn ich versucht habe, die Mentalität der Italiener zu erklären, die nicht an unserer Hilfe interessiert sind und ihre Hunde lieber hinter Gittern wissen. Habt gute Miene zu diesem wirklich bösen Spiel gemacht und alles Erforderliche (in den meisten Fällen) erbracht. Ihr habt mich nicht hängen lassen. Vor allem habt Ihr die Hunde nicht verlassen, habt die Ärmsten der Armen, die Unvermittelbaren, Unsichtbaren, Kranken, Behinderten, Alten liebevoll aufgenommen. Habt sie gepflegt und wieder auf die Beine gestellt. Und ihr versorgt mich mit Informationen schriftlicher Art oder auch fotografisch, die ich hier vorweisen kann damit es weiter geht. Oft seid Ihr über Euren Schatten gesprungen und habt mir vertraut – und dafür danke ich nochmals allen.

Ich möchte gerne ein paar Eckpunkte des endenden Jahres in Erinnerung bringen, deren Auswirkungen sich teilweise ins nächste Jahr ziehen werden:

Januar 13:
Der Vorstand des ETN besucht mit seinem Anwalt das canile in Stroncone & in Dog Village. Man überlegt eine Zusammenarbeit, die aber leider nie zustande kommt.
 
Februar 13:
17 alte, kranke und schwierige Hunde verlassen das canile Stroncone für immer – ein logistischer Kraftakt
 
März 13:
  • Wir gewinnen die erste Runde vor dem Verwaltungsgericht (TAR) in Terni, wo ital. Tierschutzorganisationen unsere Arbeit (Auslandstierschutz) angezeigt haben und mit der Begründung von Todesgefahr für die ausreisenden Hunde (sie kämen als Versuchstiere in Labore) den sofortigen Stopp aller Transporte UND die Rückführung der schon vermittelten Hunde in Deutschland, verlangt haben.
  • Eine liebe Tierschutzkollegin, Simone, kommt das erste Mal nach Rom, um den Hund Tevere aus der Gemeinde Terni zu besuchen, für dessen Adoption sie seit fast einem Jahr kämpft, um sich persönlich bei der Gemeinde und ASL vorzustellen. Tevere wurde vor Monaten von lokalen Tierschutzorganisationen vor seiner deutschen Adoption „gerettet“ und in ein anderes canile verlegt, wo wir keinen Zugang haben. Simone musste unverrichteter Dinge wieder abreisen, wir durften Tevere nicht sehen.
 
April 13:
  • Die Beschlagnahmung des canile Stroncone wird nach über einem Jahr aufgehoben. Das bedeutet, dass wieder neue Hunde im canile aufgenommen werden dürfen. Leider haben wir es nicht ganz geschafft für alle Altinsassen rechtzeitig Adoptionen zu finden. Nur mehr wenige, schwierige, scheue sind übrig – wir werden weiter für sie suchen.
  • Die ersten Hunde von Ivas Barackenlager kommen nach Deutschland
 
Mai 13:
Zum zweiten Mal wird eine Reise nach Deutschland organisiert, mit einer Gruppe von 9 Italienern (zwei Angestellte der Gemeinde Stroncone, 2 Anwälte, 2 Vertreter des ital. Vereins ALFA, eine Vertreterin des WWF Terni, ein Mitglied des ital. Vereins „Guardiano dell´Ombra“ und eine Journalistin, die sich für Tierschutz einsetzt). Wir durften viele vermittelte Hunde im bayrischen Raum besuchen, besonderes Augenmerk wurde auf die Hunde der Gemeinde Stroncone gelegt. Herr Menestó schrieb auch einen sehr positiven Bericht, wie sich die Hunde befunden haben. Alle waren beeindruckt über die Schönheit und Ordnung in Bayern und die Herzlichkeit der Aufnahme. Diejenigen, die Deutschland noch nicht kannten, haben sich auch geschämt, je böse über uns gedacht zu haben.
 
Juni 13:
Raffaella, unsere Anwältin, fährt mit mir nach Apulien zu Luigina Paco, die einen Kampf gegen die mafiösen Zustände der Canilebetreiber führt. Der deutsche Nationalspieler Marcel Schmelzer hat die Schirmherrschaft über das italienisch-deutsch-schweizerische Projekt übernommen und auch auf einer Pressekonferenz seine Bestürzung zum Ausdruck gebracht, wie die Hunde verwahrt werden, bzw. dass sie nicht einmal aus den Canile dürfen, wenn sie mal eine Anfrage haben.
 
Juli 13:
  • Zweiter Besuch von Simone, um endlich ihren Hund Tevere abzuholen – auch dieser Versuch scheiterte am Widerstand der italienischen Tierschützer, die ihm lieber ein Ende hinter Gittern bescheren, als ihn (nach fast 10 Jahren Canileaufenthalt) ausreisen zu lassen. Diesmal endet es mit einer Anzeige vonseiten Simone gegen diese behördliche Willkür. Ein Ergebnis ist erst in nächster Zeit zu erwarten.
  • Gründung des Vereins Animalia Amo International in Deutschland
 
August 13:
Endlich Urlaub, wenn auch bewaffnet mit PC und Handy
 
September 13:
Nichts Erwähnenswertes, der ganz normale Wahnsinn hat mich wieder
 
Oktober 13:
Treffen in der Gemeinde FIANO ROMANO, die keine Hunde ins Ausland reisen lassen will. Wir bitten dort für den alten Furio, der schon vor über einem Jahr die Chance hatte auszureisen. Jetzt leidet er an einem riesigen unbehandelten Hodentumor. Nachdem der Vizebürgermeister die Bilder gesehen hatte, wurde Furio am nächsten Tag operiert. Es geht doch! Aber es kostet alles Herzblut. Im selben Monat fährt Furio für immer zu seiner Familie nach Deutschland.
 
November 13:
Die Region Umbrien verlangt, dass der italienische Verein Animalia Amo, der in der Region Lazio gegründet wurde und als gemeinnützig im Register dieser Region eingetragen ist, sich auch in der Region Umbrien registrieren lässt. Sonst können keine Hunde mehr von dort ausreisen. Wenn man bedenkt, dass im canile Stroncone hauptsächlich Hunde aus der Region Lazio sitzen, kann man das nur als Geiselhaft bezeichnen. Vor Weihnachten wollte die Verantwortliche sich nicht äußern, ob der Verein ins umbrische Register eingeschrieben wird oder nicht – im neuen Jahr dürfen wir auf eine Antwort hoffen.
 
Dezember 13:
Für Ende des Jahres muss der italienische Verein Animalia Amo eine komplette aktuelle Dokumentation der über 200 Hunde erstellen, die seit 2010 aus dem canile Stroncone ausreisen durften. Es werden Berichte der Familien gesammelt und ausgedruckt, sowie eine DVD mit sämtlichen Fotos vorbereitet, um auf einem Richtertisch als „Beweis“ zu landen.

23.12.13/Claudia Röckl

 

 Wir wünschen Euch und Euren Lieben ein gesegnetes Weihnachtsfest

& einen guten Rutsch ins neue Jahr 2014!

Claudia Röckl & Annette Lindt-Lange